Sascha Sonido (Sickness): „Als ich 16 Jahre alt war, hat mich Ibiza und deren Szene sofort fasziniert“

Der Konstanzer Sascha Sonido vom Label Sickness Records hat als DJ, Produzent, Labelbetreiber und Veranstalter schon vieles erlebt. Mit uns sprach er über seine Wege zur elektronischen Musik, wohin es mit seinem Label gehen soll und was er wohl geworden wäre, wenn es das DJing nicht geben würde.

trndmusik: Du bist DJ, Produzent und Labelboss in einem. Wie bist Du überhaupt zur elektronischen Musik gekommen? Und wann und wieso fiel die Entscheidung: Jetzt werde ich DJ?

Sascha Sonido: Ich denke, so richtig ist der Groschen auf Ibiza gefallen. Mit 16 Jahren war ich erstmals auf der Insel und die komplette Szene hat mich sofort fasziniert. Daraufhin musste ich jedes Jahr die Insel besuchen. Die letzten drei Jahre sogar über den kompletten Sommer. Man lernt viele interessante Menschen aus dem Business kennen und findet Inspiration pur. Jedoch angefangen mit dem Auflegen habe ich erst mit 19, woraufhin ich meinen ersten Plattenspieler gekauft habe. Meine Eltern und Nachbarn waren sehr begeistert.

trndmusik: Konstanz ist deine Heimatstadt. Aber wo spielst Du am liebsten? Zuhause oder doch in größeren Metropolen wie z. B. Hamburg, Zürch oder Aarau, wo Du demnächst spielen wirst?

Sascha Sonido: Das ist schwer zu sagen. Ich darf mich glücklich schätzen, mit der Blechnerei in Konstanz eine optimale Plattform bzw. Homebase für mein eigenes Event & Recordlabel Sickness besitze. Dort veranstalten wir ein- bis zweimal im Monat unsere Labelnights mit Gast-DJs aus der ganzen Welt. Der Spaßfaktor liegt besonders hoch mit seinen engeren Freunden zu feiern. Aber auch Gastspiele in größeren Städten ist immer auf’s neue spannend. Gerade komme ich aus Hamburg und kann nur sagen, dass im Norden auch kräftig gefeiert werden kann. Die nächsten Stationen sind Zürich und Dortmund. Ich freue mich sehr drauf!

trndmusik: Wie schon erwähnt, besitzt Du dein eigenes Label. Sickness Records wurde von Dir 2010 gegründet. Was hat Dich dazu bewogen dein eigenes Label zu gründen und wie kamst Du auf den Namen?

Sascha Sonido: Das Eventlabel Sickness gibt es seit 2006. Wobei ich als Veranstalter schon seit 2003 aktiv bin. Damals aber noch unter einem anderen Namen und mit zwei Partnern. Das Projekt Sickness habe ich mit Kai Schneider, u.a. auch bekannt als DJ Schneiders, gegründet. Unser Hauptziel als junge DJ’s war sicherlich der Drang Auflegen zu können. Jedoch im laufe der Zeit wurde es mit dem Erfolg immer aufwendiger und professioneller. Mit dem Eventlabel wuchsen auch wir als DJ’s und konnten uns weiterentwickeln. Als 2010 meine ersten Releases erschienen, haben wir uns entschlossen Sickness Records zu gründen. In erster Linie für unsere Künstler aus dem engeren Kreis. Doch wir konnten recht schnell sehr angesehene Produzenten für unser kleines Label gewinnen, u.a. Martin Eyerer, Patrick Kunkel, Toni Rios, Björn Wilke, Pawas oder Andre Walter. Wir sind zufrieden und die nächsten Sickness Releases sind schon in der Pipeline.

trndmusik: Frankreich, Schweiz, Italien, Spanien, Rumänien, Österreich, Ägypten und natürlich Deutschland. Das sind alles Länder, in denen Du schon aufgelegt hast. Wo war es bisher am schönsten? Und hat das Publikum in all diesen Ländern unterschiedlich gefeiert?

Sascha Sonido: Jedes Land war auf seine eigene Art sehr interessant und inspirierend. Aber wenn eine Party burnt, gibt es nicht wirklich große Unterschiede! Wie schon bereits erwähnt, habe ich einen großen Faible für Spanien und speziell Ibiza mit seiner Magie.

trndmusik: Bisher hattest Du Veröffentlichungen auf den Labels Traum Schallplatten, Trapez, Viva Music und Kling Klong. Steht in nächster Zeit wieder ein Release von Dir an?

Sascha Sonido: Ganz aktuell ist für Martin Eyerer auf Kling Klong mein „Bells a go“ Remix erschienen. Am 6. Februar 2012 erscheint meine Ipanema EP auf Steve Lawler’s Label VIVa Music. Sowie am 20. Februar 2012 meine Mando dio EP auf Florian Meindl’s Label Flash. Im März 2012 wird es eine kleine Releasepause geben. Weiter im April 2012 erscheint eine sehr feine Platte auf dem Berliner Label Supdub.

trndmusik: In der Sommersaison verschlägt es Dich meist auf die Partyinsel Ibiza. Auch dieses Mal? Und welche Partys empfiehlst Du auf der Insel?

Sascha Sonido: Ibiza habe ich auf jeden Fall auf dem Schirm. Partys gibt es natürlich viele gute! Musikalisch und von einer besondern Stimmung geprägt, muss man natürlich besonders das DC10 Circoloco erwähnen. Ich könnte jetzt noch die Klassiker Amnesia, Space oder das Pacha nennen. Aber die Tagesparty bei San Antonio „The Zoo Project“ ist meine persönliche Lieblingslocation. Das Underground ist aber auch immer für eine gute Party gut. Dort trifft man sehr viele Einheimische oder Leute die auf der Insel arbeiten.

trndmusik: Welche Tracks sind derzeit deine absoluten Favoriten und würdest Du jedem empfehlen?

Sascha Sonido: Natürlich alle von mir :-). Da gibt es viele. Besonders gern spiele ich derzeit die neue EP von Lorenzo Bartoletti auf Mindshake. Vieles von den Labels 8bit, Rush hour, VIVa, Suara und Moon Harbour.

trndmusik: Was möchtest Du, im Hinblick auf dein DJ-Dasein, in den nächsten Jahren noch erreichen? Wirst Du für immer DJ, Produzent und Labelboss sein?

Sascha Sonido: Sickness Records möchte ich noch bekannter und erfolgreicher machen. Wir möchten mittelfristig Sickness Labelshowcases veranstalten und Clubs anbieten, um auch die eigenen Künstler noch mehr promoten zu können. Als DJ wünsche ich mir, dass ich in einigen Jahren weiterhin soviel Spaß bei der Sache habe. Aber da habe ich keine Bedenken. Ich bin sehr froh drum, aktuell mit sehr tollen Labels arbeiten zu dürfen wie zum Beispiel Trapez, Kling Klong, Flash, Viva und Supdub, die mich immer bestens beraten!

trndmusik: Unsere Abschlussfrage: Was wärst Du wohl geworden, wenn Du die elektronische Musik nicht für Dich entdeckt hättest?

Sascha Sonido: Schwer zu sagen. Da ich Industriekaufmann gelernt habe, vielleicht als Sachbearbeiter in einem Büro. Aber ich habe eigentlich seit ich 19 bin, immer den Wunsch gehabt, es als DJ zu schaffen. Dafür arbeite ich jeden Tag!

Vorschau zur „Ipanema“ EP: