GEMA plant Lizenzvergütung von Tracks für DJs

Auf der Facebook-Seite des GEMAdialogs wurden erste Informationen für eine geplante Lizenzvergütung von Tracks für DJs veröffentlicht. Demnach sieht dieser Vergütungssatz eine Lizenzvergütung von 0,13 € je vorgenommener Vervielfältigung vor. Der Plan soll zum 1. April 2013 umgesetzt werden.

Derweil wollen die Wirtschaftsminister der einzelnen Bundesländer die GEMA-Tarifreform stoppen. Die WELT berichtet, dass sie die Aussetzung der für 2013 geplanten Tarifreform der Rechteverwertungsgesellschaft fordern würden. Man wolle eine Schlichtung.

Minister wollen Gema-Tarifreform stoppen

„1. Dieser Vergütungssatz sieht eine Lizenzvergütung von 0,13 EUR je vorgenommener Vervielfältigung vor und koppelt sich damit exakt an die Menge der tatsächlichen Vervielfältigungen.

2. Der neue Tarif ist unabhängig von der Höhe der Lizenz für die Wiedergaberechte, die für die Veranstaltung fällig werden. Damit ist der sogenannte Laptopzuschlag (in Diskos und Clubs 30 %) hinfällig.

3. Die Vergütung ist für alle Vervielfältigungen, die ab 01.04.2013 vorgenommen und zur öffentlichen Wiedergabe genutzt werden, einmalig zu bezahlen.

Grundsätzliches zur Vervielfältigung

Die Lizenz ist von demjenigen zu erwerben, der die Vervielfältigung vornimmt. Dies kann der Veranstalter sein, aber auch ein DJ. Dies entspricht einem langjährigen Wunsch vieler DJs, insbesondere von Mitgliedern des Berufsverbands der DJs (bvd e. V.), da diese in der Vergangenheit oftmals von Veranstaltern „gezwungen“ wurden, ausschließlich Originaltonträger zu spielen, um den Zuschlag für die Vervielfältigung einzusparen. Diesem Wunsch wurde nun mit dem modifizierten Vergütungssatz VR-Ö Rechnung getragen. Der DJ hat damit die Möglichkeit, seine eigenen Vervielfältigungen selbst und unabhängig vom Veranstalter zu lizenzieren.

Jedes vervielfältigte Musikwerk ist nur einmalig zu lizenzieren (also nicht je Aufführung!) und kann dann beliebig oft ohne weitere Kosten zur Wiedergabe genutzt werden. Hat ein DJ oder Veranstalter also einen bestimmten Pool an vervielfältigter Musik auf seinem Laptop, welche über den Tarif VR-Ö lizenziert sind, fallen weder für den DJ, noch für den Veranstalter weitere Kosten für die Vervielfältigung im Rahmen einer Veranstaltung an.

Musikwerke, die über „legale“ Downloadportale erworben wurden (iTunes, amazon, musicload etc.). müssen – wie auch bisher – nicht als Vervielfältigung lizenziert werden, wenn keine weitere Vervielfältigung (z. B. auf weitere Speichermedien) erfolgt.“

Quelle: GEMAdialog