Dora Brilliant: VOID VIII mit dem Berliner Mørbeck

Bei VOID VIII kehren wir auf gewisse Art und Weise zurück an den Punkt, an dem alles begonnen hat. Endlich wieder fest installiert im Dora Brilliant und vor allem aber auf akustischer Ebene, begeben wir uns zurück in die Tiefe, zurück in das Kellergewölbe aus dem man einst entstiegen ist – zu Vault-Series. Noch komischer, noch härter, mit weit geöffneter Metallschere empfangen wir alle Psychotiker, Neurotiker und Paranoiker; alle Seltsamen und Gestörten; alle die eins sind mit der Uneinigkeit.

Unsere Fibern zum zerbersten bringt dieses Mal Mørbeck. Ursprünglich im Hip-Hop verwurzelt, ist der Sound des Berliners vielschichtig und unkonventionell in seiner Ausdrucksform, welche über eine monotone Zitation allseits bekannter, sogenannter „funktionierender“ Rhythmen und Melodien hinausgeht, dabei jedoch wiedererkennbar wird durch eine immer wieder erneuerte Rückbesinnung auf jene düstere Ästhetik, die die wortlose Beschreibung menschlicher Abgründe so eindrucksvoll ermöglicht. So sind die auf Vault-Series veröffentlichten Produktionen von Mørbeck zwar klar für die Tanzfläche geschaffen, behalten jedoch durch den Einsatz verschiedenster analoger Gerätschaften klare Eigenheiten, die sie aus der Masse von uninspiriertem Technogestanze herausstechen lassen. Auch die Ausflüge zu Perc Trax und durch seine EP auf Candela Rising lässt sich erkennen, was sich nun schlussendlich im ersten Release auf seinem eigenen Label – Code Is Law – vollends herauskristallisiert hat. Mit Teens On Fire ist Mørbeck eine Platte gelungen, welche es schafft in vier Tracks, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, eine Mischung zwischen dem, was in elektronischer Musik bisher passiert ist und dem, was in nächster Zeit vielleicht noch kommen wird, zu umreißen.

Gestärkt wird der Abend durch den in, um und über Frankfurt hinaus bereits bekannten Flotze 2.0, welcher nicht nur einer der Schöpfer des Ravebotta Projekts, sondern auch eine der treibenden Kräfte hinter der großartigen Fluchtpunkt ist. Wenn auch – und vielleicht auch genau weil – sein Name fast so furchtbar klingt wie HÖRSTURZ, so ist zu erwarten, dass er sich in dem Trümmerfeld namens VOID nur all zu wohl fühlen wird und das tut, was er am besten kann: die Basilarmembran nach allen Regeln der Kunst zu verdreschen. Wir hoffen also, dass dies genau der Rahmen ist, in dem er sich ganz seiner Leidenschaft für düsteren Maschinensound hingeben kann und uns auch an diesem Abend mit einem seiner energetischen Sets in seinen Bann zieht.

Als Erweiterung erhalten wir diesmal tatkräftige visuelle Unterstützung durch den Videokünstler Immersiv – dessen Installationen und Vorführungen auch schon im Robert Johnson, Günes Theater und an vielen anderen technobezogenen Orten zu bewundern waren – um zusätzlich für maximale Desorientierung zu sorgen, sodass alle Möglichkeiten gegeben sind Euch in Ton, Bild und Rausch aufzulösen, wie eine Brausetablette in der Badewanne.

Kommt schwarz – geht blau!

Was? VOID VIII pres. Mørbeck
Wann? Freitag, den 21. Juni 2013 ab 22:00 Uhr
Wo? Dora Brilliant, Gutleutstr. 294, Frankfurt am Main
Wer? Mørbeck, Hörsturz, Flotze 2.0