SoundCloud: Werbung für Hörer, Geld für Künstler

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Vor einigen Tagen gab der Berliner Musikdienst SoundCloud bekannt, dass das Unternehmen fortan Werbung einführen wird. Damit will die Kooperations- und Werbeplattform für Musiker auf die Forderungen der Musikbranche nach Lizenzgebühren reagieren. Zunächst sollen nur in den USA Werbeclips zwischen Tracks eingestreut werden. Diese Maßnahme sei nötig, um den Dienst weiterhin kostenlos anzubieten, betonte SoundCloud. Das neue Angebot, On Soundcloud genannt, sei „die Grundlage für Künstler, mit ihrer Arbeit auf der Plattform Geld zu machen“, meinen die SoundCloud-Gründer. An den zukünftigen Einnahmen sollen auch die Künstler und Labels beteiligt werden. Die Platzierung der Clips wird ebenso nur in Abstimmung mit diesen geschehen. Pro-Accounts sollen weiterhin werbefrei bleiben.

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Label-Beteiligung

Nun hat Soundcloud Verträge mit mehreren Musikfirmen geschlossen, darunter BMG, wie das Unternehmen bestätigte. Man sei in aktiven Gesprächen mit anderen großen Labels, unabhängigen Musikfirmen und Künstlern. Mit den drei Major-Labels Sony, Warner und Universal gibt es dem Zeitungsbericht zufolge bisher keine Lizenzvereinbarung.

Die Werbung sollen zunächst nur Nutzer in den USA hören, sagte eine Firmensprecherin gegenüber dpa. Bald solle es auch ein Bezahlangebot geben. „Wir entwickeln ein Abonnement-Angebot für Nutzer, die es vorziehen würden, keine Werbung zu hören“, sagte sie. Mit Beginn der Werbe-Einblendungen sollen Künstler erstmals Geld von Soundcloud bekommen, wenn ihre Songs abgespielt werden.

Künstler-Finanzierung

Für Künstler gibt es drei Stufen, um sich an On Soundcloud zu beteiligen. Im Partner-Programm bekommen sie weiter kostenlosen Zugang zu Soundcloud, allerdings mit beschränkter Upload-Möglichkeit (Uploads für 3 Stunden Musik) und nur grundlegenden Werkzeugen für die Plattform. Auf Pro-Level wird eine Gebühr fällig, dafür gibt es mehr Upload-Zeit und erweiterte Funktionen, um seine Musik auf Soundcloud zu präsentieren. Das Pro-Programm entspricht den bisherigen Pro-Accounts für Soundcloud.

Im Premier-Programm schließlich werden die Künstler an den Einnahmen beteiligt, die Soundcloud durch Werbung erzielt. Derzeit kann man den Premier-Level aber nur auf Einladung und in den USA erhalten.

Die Preise für das Pro-Programm, die für Künstler fällig werden, liegen bei 3 US-Dollar pro Monat bzw. 29 US-Dollar pro Jahr (mit Musik-Uploads für 6 Stunden) oder 9 US-Dollar pro Monat bzw. 99 US-Dollar pro Jahr (unbegrenzte Zahl von Tracks, Upload von maximal 30 Stunden pro Woche). Preise für das Premier-Programm gab Soundcloud noch nicht bekannt.

Soundcloud wurde 2008 gegründet und hat sein Berliner Büro im Startup-Zentrum „Factory“ direkt am ehemaligen Mauerstreifen. Erst im Januar hatten bekannte Investoren aus dem Silicon Valley Geld in das Unternehmen gesteckt. Wie viel, wurde nicht bekannt.

Quelle: www.heise.de

Update, 30. Oktober 2014:

Es ist wohl soweit: Die Nummer „Tell Me“ von Giraffage ist der erste Track von SoundClouds Versuch, Geld mit Werbung zu verdienen. Ein Audio-Werbespot der Automarke Jaguar verzögerte den Start des Werks. Diese nun kommendenen Werbsesports scheinen bislang noch nicht bei allen SoundCloud-Audiospuren und bei allen Usern aufzutauchen – nur bei gewissen Tracks von Labels, die wohl dieser Vereinbarung zugestimmt haben.