trndmsk Podcast #29 – Monkey Safari

Podcast #29 - Monkey Safari

Zwei Brüder, eine Passion: elektronische Musik – der eine House, der andere Techno. Lars und Sven, zwei Brüder aus Halle an der Saale, stehen heute für atmosphärischen House, unter den sich immer wieder Samples verschiedenster Instrumente mischen. Unter ihrem Alias Monkey Safari gründeten sie vor mehr als einem Jahr das Label Hommage und betreiben ebenso den Club Charles Bronson in ihrer Heimatstadt. Mit trndmusik sprachen die beiden Musikproduzenten über die Labelarbeit, über Künstler wie Karl Friedrich, die Philosophie der Plattform und über ihr kommendes Album. Ausserdem stellten sie unseren 29. Podcast zusammen.

trndmusik: Eine Hommage ist ein öffentlicher Ehrenerweis, der man sich verpflichtet fühlt. Als Hommage werden vor allem alle Verweise gesehen, die im Rahmen eines künstlerischen Werks gegeben werden und jemanden hervorheben, dem der Künstler besondere Anregungen für sein Werk verdankt. Beruht auf dieser Auffassung auch die Philosophie von Eurem Label – Hommage?

Monkey Safari: In gewisser Weise ja, unseren Produktion geht auch immer eine Inspiration voraus. Wir hören Musik von einem ganz bestimmten Künstler, der uns wiederum im Studio dazu inspiriert, eine Stimmung oder einen Stil aufzugreifen und in unserem Sinne zu adaptieren. Wir hatten von Anfang an den Plan, uns langfristig nicht nur auf elektronische Tanzmusik zu konzentrieren, sondern entsprechend unseres Musikgeschmacks über den Tellerrand hinauszublicken. Warp ist zum Beispiel ein Label, welches für uns dabei eine große Inspiration ist, weil dort jeglicher Form von Musik ein zu Hause geboten wird und dabei auch im elektronischen Bereich Leute dazu gebracht werden, einen Sound oder einen Künstler zu hören, auf den Sie erstmal nicht gekommen wären.

trndmusik: Also ist es eine Liebeserklärung an die Musik generell?

Monkey Safari: Ja, das ist es!

trndmusik: Aus welchem Affekt habt Ihr das Label gegründet? Was war der Anlass, ein Imprint aufzubauen?

Monkey Safari: Wir haben vorher schon zwei andere Labels betreut, die allerdings sehr in Trends gefangen waren – die herrschten, als wir sie gründeten. Das macht es langfristig sehr schwierig, ein genaues Profil aufzubauen. Uns war es wichtig, dass Hommage eine gewisse Zeitlosigkeit besitzt. Das heißt nicht, dass wir uns nicht auch an aktuellen Trends orientieren, wobei wir aber versuchen, dabei eine gute Mischung zu behalten. In der Vergangenheit hat das nicht immer gut funktioniert, weil einem persönlich die Erfahrung und Reife fehlt und mit Hommage haben wir die Möglichkeit eines Neuanfangs gesucht.

trndmusik: Wie wird das Label bisher aufgenommen – speziell ausserhalb von Halle an der Saale?

Monkey Safari: Extrem gut, was wir so auch nicht erwartet hätten. Jeden Tag kommen neue Labels auf den Markt gedrückt, die alle versuchen, sich möglichst gut zu positionieren. Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr haben wir vor allem international sehr guten Zuspruch auf das Label und vor allem die Künstler, mit denen wir zusammenarbeiten, bekommen. Künstlern wie Karl Friedrich, der seine ersten zwei Releases auf Hommage als unbekanntes Label veröffentlicht hat, fällt es oft sehr schwer, auf Plattformen wie Beatport überhaupt wahrgenommen zu werden. Deswegen sind wir sehr froh, dass durch den Support von Künstlern wie Kölsch, Carl Cox und Solomun, der „Claps“ sogar für seine Global Underground CD Lizensiert hat, die vor allem jungen Artists die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.

trndmusik: Die letzte Veröffentlichung – Katalognummer sieben – kam von Karl Friedrich: „Bodies“. Bisher haben nur Musiker aus der Region um Halle auf dem Label veröffentlicht. Bleibt das auch so? Ist das ein Grundgedanke des Labels, lokale Produzenten zu fördern?

Monkey Safari: Der Grundgedanke des Labels ist, es vordergründig zeitlose Musik zu veröffentlichen. Der Vorteil an Künstlern aus der Region ist einfach, dass wir mit ihnen zusammen im Studio sitzen können, um unsere Erfahrung besser zu vermitteln. Labelarbeit ist in den meisten Fällen eher ein Geschäft, bei dem man mehr Geld reinsteckt, als am Ende rauskommt und für uns ist es dann natürlich wichtig, dass wir Künstler unterstützen, die nicht nur gute Musik machen, sondern mit denen wir uns auch auf persönlicher Ebene gut verstehen. Für die Zukunft sind natürlich auch Releases mit nicht Hallischen Künstlern geplant, aber da wollen wir noch nicht zuviel verraten.

trndmusik: Vor knapp zehn Monaten brachtet Ihr die Werke „Home“ und „Garden State“ als erste Veröffentlichung auf Hommage raus. Folgt demnächst auch mal wieder ein Release von Euch auf dem Label?

Monkey Safari: Für die neue EP von Martin Waslewski und Ole Biege haben wir einen Remix beigesteuert und im Januar 2015 kommt dann die nächste Single von uns auf Hommage mit einem dicken Remix-Paket. Momentan sitzen wir an der finalen Endproduktion unseres Albums, welches aller Voraussicht nach im September 2015 ebenfalls auf Hommage erscheinen wird.

trndmusik: Kommen wir zu Eurem Podcast, den Ihr für uns gemixed habt: Wo und wie ist er entstanden?

Monkey Safari: Entstanden ist er in unserem Studio in Halle zusammen mit einem Mixer und vier CD-Playern.

trndmusik: Auf was dürfen sich die Zuhörer freuen? Sind bislang noch unveröffentlichte Werke dabei?

Monkey Safari: Natürlich, das nächste Release auf Hommage, welches im November 2014 von Martin Waslewski und Ole Biege kommt, mit unserem Remix von Fiddler und dem Original Fleecy Shout! Noch nicht bei SoundCloud – also absolut exklusiv!

DOWNLOAD via The Artist Union