2boring: „Mit unserem Namen spielen wir mit Erwartungshaltungen“

2boring

Die Welten, die bei 2boring aufeinander prallen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Christian Schulze verwebt als DJ und Produzent unter dem Pseudonym Chris Wayfarer Deep-House und Tech-House zu immer neuen Gesamtkompositionen und Klangreisen. Dagegen zeigt Markus Lorenz als Drumvirtuose der Metalcore-Band Through Devastation den Leuten mit harter, handgemachter Musik, wo der Hammer hängt. Wir sprachen mit den beiden Musikern über ihr Projekt.

trndmsk: Wie kamt Ihr auf die Idee, Housemusik mit live-eingespielten Drums zu verbinden?

2boring: Die grundsätzliche Idee kam von Markus (Drummer). Er hatte immer schon Bock darauf gehabt, mal mit einem DJ zusammen zu arbeiten. Das hat aber bis dahin nicht geklappt. Als wir uns kennengelernt haben, habe ich zu dem Zeitpunkt House als Chris Wayfarer aufgelegt und Drum & Bass als Mr.Lettuce. Wir wollten von Anfang an eher House spielen und sind da auch gut reingekommen. Drum & Bass haben wir zwar auch probiert, hat aber nicht besonders gut funktioniert und hat uns auch keinen Spaß gemacht. Da war dann die Frage nach der Stilrichtung recht schnell geklärt.

Und wie und wann entwickelte sich dann das Projekt 2boring?

Wir haben uns Ende 2012 auf einem Workshop kennengelernt – kann gar nicht mehr sagen, um was es da genau ging. Bis wir dann die ersten gemeinsamen Sessions zustande bekommen haben, hat’s dann auch noch eine Weile gedauert. Ich war da anfangs doch eher skeptisch. Markus hat mich überzeugt, indem er live zu meinen Tracks gespielt hat und das Ergebnis war echt fett.

Seit Ende 2013 haben wir regelmäßig geprobt und so nach und nach zu unserem Sound gefunden. Am 18. Oktober 2014, also vor gut zwei Monaten, war Premiere in der Sanitätsstelle Chemnitz. Da ist uns dann schon ein Stein vom Herzen gefallen, als wir gesehen haben, dass der Sound auch partytauglich ist.

Was hat es mit dem Pseudonym auf sich? Ist das eine Anspielung auf etwas?

Mit dem Namen spielen wir mit Erwartungshaltungen. Wir waren skeptisch, dass der Sound funktioniert und auch der eine oder andere Kollege war sich scheinbar nicht so sicher. Markus ist normalerweise Drummer in der Metalcore-Band Through Devastation, da geht’s schon anders zur Sache und ich baue in meinen Sets und in meinen Tracks eher langsam und sicher ein wenig subtiler verschiedene Klangwelten auf. Da treffen also schon ziemliche Gegensätze aufeinander. Wir wussten nicht so recht, ob der Sound, den wir gemeinsam präsentieren, nun kickt oder einfach nur langweilig ist. Und mit dieser Erwartungshaltung spielen wir auch bewusst, was sich als erstes in unserem Namen zeigt. Die 2 ist dann nur noch der Hinweis darauf, dass wir als Duo auftreten.

Werdet Ihr mit dem Projekt demnächst auf Konzerttour gehen?

Also eine direkte Tour ist noch nicht geplant, da wir im Moment noch testen, mit welchen technischen Möglichkeiten wir arbeiten können. Es ist ja schon mehr Aufwand, als nur ein DJ-Setup hinzustellen. Allerdings schauen wir schon, dass wir demnächst auch außerhalb von Chemnitz spielen. Wenn sich daraus eine Tour ergibt, sind wir sicher nicht böse darüber.

Und wie schaut es mit Produktionen aus?

Eigene Produktionen sind im Moment nicht geplant. Allerdings arbeite ich daran, meine Tracks nicht nur als Teil des DJ-Sets mit einzubringen, sondern diese live zu performen.

  • Alex Dörrer Kodiac

    tolles Projekt und ein sehr interessantes Interview