Emil Berliner: „Eine gekaufte Sample-Library im Schnelllauf durch zu klicken entspricht zwar dem Zeitgeist, liegt mir persönlich aber nicht“

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Emil Berliner meldet sich mit einer neuen Veröffentlichung zurück. Der in Wien lebende Musiker brachte auf dem Münchner Label Great Stuff die Nummer „What’s Love“ raus. „Der junge Österreicher beeindruckt mit einer deepen Stimmung und launischen Akkorden“, so das Imprint, das von Sebastian Bohnenberger geleitet wird. Neben dem Original-Track umfasst die EP zwei Remixe, die von Ridney aus Southampton und vom Duo Mediate aus Manchester angefertigt wurden. Die drei Werke erschienen am 8. Dezember 2014.

trndmusik: Wo hast Du Dir die Inspiration zu „What’s Love“ hergeholt? Wie ist die Nummer entstanden?

Emil Berliner: Die Trennung von Arbeit und Privatem funktioniert bei mir nicht so ganz (lacht). Dinge, die mich beschäftigen, haben auch einen großen Einfluss auf meine Arbeit. Das reicht von völlig banalen Erlebnissen, bis hin zu den großen Themen, die die Welt beschäftigt. Bei „What’s Love“ war es zweiteres. So beschränkt sich meine Musik nie auf ein bestimmtes Genre, die grobe Richtung gibt mir mein Alltag, mein Umfeld und alles was damit zusammenhängt vor. Wohin der Song dann genau möchte, sagt er mir schon selbst – man muss nur genau hinhören.

trndmusik: Wie lang hast Du an dem Track gesessen?

Emil Berliner: Der Song hat schon seine Zeit gebraucht. Ich liebe es, auf Flohmärkten nach alten kaputten Instrumenten zu suchen oder eigenartig klingende Alltagsgegenstände Zweck zu entfremden. Eigene Aufnahmen sind mir sehr wichtig. Der Aufwand für den ein oder anderen Take ist schon recht groß, aber nur so kann ich eine Beziehung zu meinem Material herstellen und das Optimum heraus holen. Eine gekaufte Sample-Library im Schnelllauf durch zu klicken entspricht zwar dem Zeitgeist, liegt mir persönlich aber nicht.

trndmusik: Wie kam der Kontakt zum Label zustande?

Emil Berliner: Sebastian Bohnenberger von Great Stuff war in meinem Studio zu Besuch. Da habe ich ihm dann die Nummer vorgespielt und es wurde gleich Nägel mit Köpfen gemacht.

trndmusik: Wie wurden die Remixer ausgesucht? Wieso gerade die beiden Produzenten?

Emil Berliner: Da hab ich mich rausgehalten. Sebi hat ein super Gespür von Musik und ich vertraue ihm blind, wenn es um so etwas geht. Mit beiden Arbeiten bin wirklich mehr als zufrieden.

trndmusik: Was steht nach der VÖ bei Dir noch an?

Emil Berliner: Neben Release und Remixe möchte ich die „Selfmade“-Videoreihe fortsetzen. Bei der Realisierung der Ideen macht mir noch das Wetter einen großen Strich durch die Rechnung, aber ab dem kommenden Frühjahr kann es wieder losgehen. Da freue ich mich schon sehr drauf!

Tracklist:

01. Emil Berliner – What’s Love
02. Emil Berliner – What’s Love (Ridney Re-Work)
03. Emil Berliner – What’s Love (Mediate Remix)