Fejká: „Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der Musikindustrie halten soll“

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Der 18-jährige Fejká arbeitet derzeit ein seiner ersten EP. Kurz bevor es ihn aber nach Neuseeland zieht, veröffentlichte der süddeutsche Musikproduzent einen neuen Remix – und erklärt uns, wieso er ihn als freien Download anbietet.

Woher kam die Idee zum Remix? Wie bist Du auf die Nummer „Fade“ aufmerksam geworden?

Fejká: Vor einiger Zeit habe ich ein paar Leute in plug.dj nach einer guten Sängerin gefragt, da ich auf der Suche nach einer passenden Stimme für meine kommenden Projekte war. Darunter fiel auch der Name Holly Drummond. Nachdem ich mir ein paar Songs von ihr angehört hatte, schrieb ich sie auf SoundCloud an, ob sie nicht Lust auf eine Kollaboration hätte. Nach drei Monaten antwortete sie mir, dass sie zwar im Moment keine Zeit für gemeinsame Projekte hätte, ich aber gerne an ihrem neuen Remix-Contest teilnehmen dürfe. Völlig ohne Erwartungen lud ich mir dann die Stems von „Fade“ herunter und entwickelte Gefallen an der Sache. Nach ein paar Minuten hatte ich den Refrain im Kasten und beschloss, den Remix zu machen.

Wo und wie ist der Remix anschließend entstanden?

In meinem Heimstudio mit Waldblick, mit Ableton Live 9 und meinem putzigen Akai LPK 25. Ich habe zuerst alle Stems aussortiert, die mir nicht gefielen und loopte den Gitarrenpart. Nach und nach kamen dann die weiteren Elemente dazu. Im Gegensatz zu meinen anderen Produktionen habe ich mich schon ziemlich schnell auf das eigentliche Produzieren befasst, da ich sonst viel zu viel komponiere und dann am Ende nur einen Haufen von Ideen und Skizzen habe, die zwar alle irgendwie mit- und untereinander harmonieren, aber der Track selbst vom Aufbau her noch in den Sternen liegt. Auch war es das erste Mal, dass ich unter Zeitdruck produzieren musste und so denke ich, dass das eine gute Entscheidung war.

Wieso bietest Du ihn als freien Download an?

Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der Musikindustrie halten soll. Teilweise habe ich Interesse daran, Tracks auf Labels zu releasen, andererseits aber auch nicht. Das wäre jetzt viel zu kompliziert alle Vor- und Nachteile aufzuzählen, aber ich habe mich dann für den freien Download entschieden, weil es für mich als Neuling einfach besser für die Selfpromotion ist. Die Musik mache ich in erster Linie für mich. Es ist ein Hobby und ich fühle mich einfach künstlerisch erfüllt bzw. glücklich, wenn ich am Produzieren bin. Ich habe nicht die primäre Intention, damit Geld zu machen oder irgendwo gut anzukommen.

Was steht in nächster Zeit bei Dir an?

Ich fliege am 26. Januar 2015 für vier Monate nach Neuseeland, um zu reisen. Zwar kann ich in dieser Zeit nicht produzieren, jedoch möchte ich die Zeit nutzen, um meiner Inspiration frischen Wind zu geben und möglicherweise sogar ein Video für einen meiner kommenden Tracks zu drehen. Wenn ich zurückkomme, werde ich meine Debüt-EP produzieren. Mit ihr möchte ich den Schritt vom Amateurproduzenten weg machen und es wagen, ganz oben in der elektronischen Musikszene mitzumischen. Ich habe sehr hohe Ansprüche und werde mir viel Zeit nehmen, um ein audiovisuelles Konzept zu entwerfen, hinter dem ich mich dann international als Künstler präsentieren kann. Ich weiß nicht ,wie lange das dauern wird, aber ich kann den Moment schon heute kaum abwarten.