Sound der Woche: „Sirénes“ von Johannes Brecht

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Auf Poker Flat Recordings erschien am heutigen Montag, den 20. April 2015 die neue EP von Johannes Brecht. „Trois Nocturnes“ ist der Titel der Kollektion, die mit drei Original-Tracks und einer Slow Version bespickt wurde. “Damit kehrt Johannes mit einer kleinen Nachtmusik auf Poker Flat zurück”, so das Label von Steve Bug, das mit der Veröffentlichung seine 159. Katalognummer feiert. „Nuages“, „Fetes“ und „Sirénes“ bestechen als deepe, dramatische und treibende House-Tunes. Letzterer Track ist unser Sound der Woche!

trndmsk: Johannes, wo hast Du Dir die Inspiration für Deine „Trois Nocturnes“ EP geholt?

Johannes Brecht: Das Orchesterwerk „Trois Nocturnes“ vom französischen Komponisten Claude Debussy war meine Inspiration. Dieses Werk erzählt eine musikalische Geschichte, ist wunderbar orchestriert. So wollte ich auch in den Tracks von mir versuchen, einen großen musikalischen Bogen zu schlagen und eine Vielschichtigkeit im Sound und Arrangement zu erzeugen.

Wie und wo sind die drei Original-Tracks entstanden?

Ich produziere in meinem Homestudio und habe für die Tracks auch alles dort eingespielt. „Nuages“ ist wahrscheinlich am nächsten dran – an dem impressionistischen Vorbild. Es gibt ein rhythmisches und ausgearbeitetes Piano-Pattern sowie die harmonisch umspielende Synth-Linie. Hier geht es wirklich um Nacht, Himmel, Atmosphäre.

„Sirènes“ war eigentlich eine Jam mit meinem kleinen Bolsa Bass Synth, die ich live aufgezeichnet hatte und dann später im Studio habe ich den Track darum gebaut.

„Fetes“ ist da wesentlich konzeptioneller. Ich war begeistert von einem rhythmischen Pattern einer Straßenband aus Bahia. Hier werden Afro-Rhythmen mit Latino-Rhythmen vereint und es entsteht eine unglaublich komplexe rhythmische Struktur. Das habe ich dann geübt und verinnerlicht, bis ich gelernt habe, es auf meinen Instrumenten zu spielen – und so spielt jedes Instrument in dem Track genau diese rhythmische Struktur.

Im November 2013 hattest Du Deine zweite EP bereits auf Poker Flat veröffentlicht. Wieso erscheint Deine kommende nun beim Imprint von Steve Bug?

Genau, alles hat Anfang 2013 mit meiner „Holla“ EP auf Sunday Music begonnen. Als zweites kam im November „What’s About“ auf Poker Flat. Jetzt, 2015, kam gerade auch eine Sunday Music und als zweites eine Poker Flat. Das is aber reiner Zufall (lacht).

Wurde bewusst auf Remixer für die Werke verzichtet?

Ja, das wird sich auch nicht ändern. Ich sehe für meine Musik keine Remixer.

Du verbindest gerne Jazz mit elektronischer Musik. Wie bist Du zu beiden Musikrichtungen gekommen?

Na ja, ich habe Jazz-Kontrabass und Piano studiert. Und nebenher immer elektronische Musik gehört. Und auch immer in Tonstudios gearbeitet und viel produziert.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir an? Arbeitest Du bereits an weiteren Projekten?

Ja, ich bin Musiker, ich will Musik machen. Es gibt viel zu tun, und es steht viel an.
Ich arbeite an meinem ersten Solo-Album. Die Kompositionen schreibe ich für ein Ensemble, welches dann das gesamte Album live einspielen wird. Das wird toll! Ich freue mich schon auf die Aufnahmesessions. Ende Juli werden die in Utrecht stattfinden.