Das neue Album von Mathias Kaden: „Energetic“

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Wenn es ein Wort gibt, das Mathias Kaden in all den Phasen seines Schaffens als DJ und Produzent zu beschreiben vermag, dann dürfte energiegeladen weit oben stehen. Nur schlüssig, dass sein neues Album eben diesen Titel trägt: „Energetic“. Musikalisch war der eng mit dem Jenaer Label Freude am Tanzen verbundene Künstler von Anfang überaus energetisch unterwegs. In den Präferenzen verortete er seinen Sound selten irgendwo fest: Von filigranem Micro-House und perkussivem Minimalismus über gemeinsame Tracks mit Marek Hemmann und der Leipziger Band Marbert Rocel (unter dem Namen Karocel) offenbarte Kaden über die vergangenen zehn Jahre hinweg immer neue Facetten.

Sechs Jahre nach dem eher clubfernen Debütalbum, „Studio 10“, besinnt sich Kaden mit „Energetic““ gleichermaßen auf seine musikalischen Wurzeln sowie die Gegenwart als international herumreisender DJ. Dem Dancefloor möchte er mit den zehn neuen Tracks etwas zurückgeben. Einen positiven, zeitlosen Vibe, tief geerdet im Funk und der Würde der frühen House-Jahre, die nicht nur für Kaden das Fundament eines klassischen Club-Sounds bilden. Angedeutet hat sich diese neue House-Wärme bereits zuvor bei seiner „Tentakle“ EP auf Desolat sowie bei „Fin“, dem exklusiven Beitrag zur gleichnamigen Mix-Compilation von Watergate Records.

Zwischen Herbst 2014 und Frühjahr 2015 nahm sich Kaden Zeit für „Energetic“. Er lud den offenherzigen Solo-Pianisten und Karocel-Kompagnon Martin Kohlstedt zu gemeinsamen Sessions ins Studio ein – am deutlichsten zu hören bei dem sich zur Hymne aufbäumenden „Wisdoms“. Außerdem steuerte bei dem diesem Track Mathias Kadens langjähriger Schulfreund Herby – ein begnadeter Schlagzeuger mit eigenem Studio in Gera – Live-Drums bei. Auch die Bassline von ”Get Phunky“ ließ Kaden live einspielen – von Dave Daniel, dem Bassisten der Erfurter Band Lilabungalow.

Und nicht zuletzt entdeckte Mathias Kaden seine analogen Synthesizer neu. Juno 106, Moog Litte Phatty und Moog Minitaur prägen den originären Sound von „Energetic“ ebenso wie die Spoken Word-Einschübe mehrerer Vocal-Größen – allen voran die US-Legende Foremost Poets, der Mathias Kaden mit „Moon-Raker“ aus dem Jahr 1998 einen All-time-favorite bescherte.

Mit Aquarius Heaven kommt zudem ein Ausnahmekünstler zu Wort, der sonst eher mit HipHop und Dancehall vertraut ist. Schließlich sorgen auch Zoe Xenia und Sophie Taylor mit ihren warm-durchdringenden Stimmen bei „Soulmakers“ und „Clarity“ für jene zeitlose Deepness, die die zehn Stücke auf „Energetic“ ausmachen. Rocko Schamoni beschließt „Energetic“ mit einem halb spirituell, halb lakonisch anmutenden Plädoyer zum Wirken der Energie. Den klanglichen Feinschliff bekamen die Tracks in Weimar bei Mario „Marlow“ Weise aus dem Sonar Kollektiv-Umfeld.

”Energetic“ fängt die vielfältigen Wogen einer Club-Nacht ein. Es konzentriert sich auf das Wesentliche – wenige Spuren, voller Energie; mehr Seele und Geschichte als schnelle Dancefloor-Effekte. Ein Album, das sehr nah dran ist an Mathias Kaden, wie seine Track-by-Track-Notizen zeigen.

Das Album wird am 12. Juni 2015 als Vinyl-Ausgabe und im digitalen Format rauskommen.

Tracklist:

01. Intro
02. Get Phunky feat. Aquarius Heaven
03. Soulmakers feat. Zoe Xenia
04. Korokana
05. Acatalepsy Of Rhythm feat. Foremost Poets
06. Tangerine
07. Rawtone
08. Clarity feat. Sophie Taylor
09. Wisdoms
10. Energie feat. Rocko Schamoni