trndmsk Future Stars #11: Mallone – When The Skies Turned Red

mallone

Irgendwo zwischen Meditation und Eskalation sieht der in Berlin lebende Mallone seinen Sound. „Mallone ist das Gefühl, wenn ein kalter Schauer auf deinem Rücken von der Morgensonne erwärmt wird“, so der Musiker. Der Dj und Produzent verbindet Groove und Melodie – und wurde vor einigen Jahren mit den Beats von House infiziert. Seitdem tourt Nicolas Schmidt, so sein bürgerlicher Name, am liebsten durch die Hauptstadt, um in Clubs zu spielen. Der Mitbegründer des Labels Schakal hat nun für trndmsk die elfte Ausgabe der Reihe Future Stars zusammengestellt. Ein deeper Mix, der ohne große Hits auskommt: „When The Skies Turned Red“.

trndmsk: Nicolas, wie bist Du auf den Künstlernamen Mallone gekommen? Gibt es eine Geschichte dazu?

Mallone: Ja, gibt es tatsächlich. Das ganze stammt vom irischen Volkslied „Molly Malone“ ab, in dem es um eine Fischhändlerin geht. So weit, so uninteressant. Mein Vater war aber, als ich klein war, ein ziemlicher guter Geschichtenerzähler und hat mir das Lied von „Molly Malone“ zum Einschlafen vorgesungen – aber in einer Version, in der sie eine Sirene ist und mit ihrem Gesang die Menschen zu sich hinzieht. Ich liebte diese Geschichte und fand das mit dem Musikbezug her auch sehr passend. Mich „Molly Malone“ zu nennen, war mir dann aber doch etwas zu transgender, von daher musste dann einfach nur der Nachname herhalten. Allerdings schreibt sich Mallone mit einem Doppel-L des Vornamens, das hab ich mir nicht nehmen lassen.

Wie hast Du die Stücke für deinen Future-Stars-Mix ausgesucht? Gab es ein bestimmtes Konzept, das Du verfolgt hast?

Also ich wusste von vornherein, dass ich einige unveröffentlichte Tracks von AntiAlias‘ und meinem Label, Schakal, spielen wollte, um mal ein bisschen zu zeigen, was die Leute von uns erwarten können. Daher war mir also schon von Anfang an klar, dass das Set ziemlich energetisch werden wird. Zusätzlich sind in der letzten Zeit meiner Meinung nach einige heftige Bombentracks rausgekommen – u. a. auch von guten Bekannten wie zum Beispiel der neue Speaking-Minds-Remix für NAOME oder „Casuar“ von Blancah, und da in einer Stunde dann doch nicht so viel Zeit ist, war das Set verdammt schnell auch schon wieder vorbei. Ansonsten hab ich mir nur, wie bei allen meinen Podcasts, vor der Aufnahme gesagt: keine Hits! Ich finde, die neue EP von Mind Against oder sowas kann man live immer gerne spielen, aber ich zumindest höre keine Podcasts, um Tracks zu hören, die ich in drei anderen vorher auch schon gehört habe.

Wie und wo wurde das Set aufgenommen?

Das war einer dieser absolut bullenheißen Tage, wo man, von der Energie her, eigentlich gerade so vor die Haustür gehen konnte. Ich war aber mit meinem Labelkollegen Lorenz (Lepus) verabredet, bei ihm das Set aufzunehmen, weil er das wesentlich bessere Equipment bei sich stehen hat. Also bin ich mit gepackter Plattentasche von Prenzlauer Berg nach Schöneberg gestratzt bei fast 30 Grad und kam da schon ziemlich schweißgebadet an. Glücklicherweise hat Lorenz mich mit einem kühlen Bier und seinem fertig gemasterten Original-Track (mit dem ich übrigens mein Set eröffnet habe) empfangen. Darauf war die Energie eigentlich direkt wieder da. Ich habe angefangen, zu recorden, und wir haben quasi eine Stunde in Lorenz‘ Homestudio gefeiert – war echt lustig.

Ein Stück im Set stammt von Dir. Wie sieht es mit bisherigen Produktionen bei Dir aus? Und welche stehen demnächst an?

Was bisherige Produktionen angeht, kam im März meine „Kafka“ EP auf Save Us raus, wo auf jeden Fall im Laufe der Zeit auch noch mehr von mir erscheinen wird – allein schon, weil die Mannschaft um Jonas Saalbach, Andrea Ljekaj etc. genau wie die Schakal-Crew für mich wie eine zweite Familie sind. Aber erstmal kommt Anfang Oktober von mir und meinem Seelenbruder, Arne Spremberg aus Wien, unsere „Minos“ EP auf Schakal. Da freue ich mich sehr drauf, der Titeltrack ist jetzt seit fast einem Jahr konstant eines meiner Highlights in fast jedem Set. Ansonsten könnt ihr von mir auch noch etwas auf einem anderen Label erwarten, welches tatsächlich eines meiner Lieblingslabels ist, jedoch darf ich davon noch nichts genaues verraten. Aber ich bin mir sicher, bald wird da etwas das Licht erblicken, vielleicht ja sogar eben „The Flowing Moon“, wer weiß.

Was steht in naher Zukunft bei Dir noch an?

AntiAlias und ich werden natürlich fast jede möglich aufbringbare Kraft darin investieren, Schakal bis an die Spitze zu pushen. Wir sind allerdings auch zuversichtlich, dass die Zukunft relativ rosig aussieht, da wir mittlerweile einen Release-Kalender haben, der sich echt sehen lassen kann, was man hoffentlich auch im Podcast hört.

Ansonsten sollte ich wahrscheinlich mal etwas weniger Zeit in meinem Homestudio und etwas mehr Zeit damit verbringen, meine Wohnung endlich einzurichten. Vor allem im Anbetracht der Tatsache, dass ich vor mehr als einem halben Jahr hier eingezogen bin. Aber es is echt verdammt schwer: Jedes Mal, wenn ich versuche irgendwelche Kartons auszupacken, gucken mich meine Synthesizer so wehmütig an und ehe ich’s versehe, sitze ich wieder vor meinem Computer und fahre Ableton hoch. Es ist schon irgendwie ein Fluch, aber es ist, glaube ich, der wunderbarste Fluch, den man haben kann (lacht).

Tracklist:

01. Lorenz Lepus – Feral Child
02. Woo York – He And She
03. Edward Ean & Steffen Sonnenschein – Krimy
04. Nicolas Bougaieff – Idle Train
05. Nightvisions – Volar
06. Hunter/Game & Pisetzky – Dystopia
07. Upercent – Sics Aeme
08. NAOME vs. Slumber – Kosmatic (Speaking Minds Remix)
09. Mallone – The Flowing Moon
10. Blancah – Casuar
11. Stefan Z – Kneedle (Jon Charnis Interstellar Mashup)

[wpdm_file id=190]
Alternativer Download-Link
(MP3, 320 kBit/s, 1:02:21 Min., 143,4 MB)

  • David C. Siqueiros

    EXELENT !!!