Clemens Kombinats nicht endendes Set aus dem KaterBlau

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Am 20. Juni 2015 war Clemens Kombinat in Unterstützung mit Sawatzki im KaterBlau zu Gast. Der DJ legte ein sagenhaftes zehnstündiges Set hin, wovon er einen Teil via SoundCloud veröffentlichte. Wir sprachen mit dem Berliner über den Mitschnitt.

trndmsk: Clemens, wie kam der Gig zustande?

Clemens Kombinat: Alles kam über gemeinsame Freunde zu Stande, die unsere (Niemand & Keiner) Musik sehr gern mögen und auch sehr gute Freunde des Hauses in der Holzmarktstraße 23 sind. Irgendwann kam dann auch tatsächlich recht kurzfristig (ich glaube am Dienstag vor dem angefragten Spieltermin) ein Anruf, ob ich nicht Lust habe, im Acidbogen die Samstagnacht zu bespielen. Ich liebe es, den ganzen Abend gestalten zu können. Warm-Up, Peak und dann langsam wieder runterbringen – die ganze Geschichte eben. Und da ich an dem Wochenende erst am Sonntagmittag gebucht war, hab ich freudig „ja“ gerufen und bin reingeschlittert. Los ging es um 2:00 Uhr nachts, und trotz der moderaten 112 BPM war es von Anfang an recht voll. Und das hörte auch nicht auf – auch nicht, als die vereinbarten acht Stunden Spielzeit voll waren. Glücklicherweise durfte ich noch ein wenig und habe erst abgebaut, als ich wegen des Open Air-Gigs Sonntag am frühen Nachmittag echt nicht mehr länger spielen konnte. Sawatzki, mein Freund und Weggefährte aus unserem gemeinsamen Sideprojekt Betreutes Träumen, hat auch durchweg mit einer Energie gegeigt, dass die Stimmung echt wunderschön war. Definitiv einer meiner persönlichen Höhepunkte in diesem unglaublichen Sommer!

Wie hast Du Deine Tracks augesucht? Standen sie schon vor dem Gig fest?

Bei mir/uns steht vorher nie was fest. Ich versuche immer, ein wenig früher da zu sein, um die Energie der Festivität aufzunehmen und lege mir in etwa eine Geschichte zurecht. In dem Fall wollte ich auskosten, dass der Acidbogen sehr gern langsam und trippy sein darf und habe mich deswegen anfänglich besonders im mystischen Teil unserer Musiksammlung bewegt. In erster Linie bin ich Musikbegeisterter und Tänzer – bei dem Monitoring, dass man dort hat, hatte ich teilweise zum ersten Mal die Möglichkeit, bestimmte Stücke laut und in dieser Qualität zu genießen. Da vergeht die Zeit wie im Flug. Ansonsten sind Stimmung des Tracks, Tonart („Harmonic Mixing googlen“) und Intensität von Kicks, Percs und Hihats meine Leitlinien. Weniger die BPM – da bin ich absolut schamlos und pitche auch von 128 auf 112 runter. Da ich seit meinem ersten Mal auf einer Funktion One in Sao Paulo 2012 nur noch unkomprimierte oder verlustlos komprimierte Musik kaufe, ist das in der Regel kein Problem.

Gibt es einen absoluten Lieblingstrack im Set von Dir? Und welche drei Songs sind derzeit in jedem Deiner DJ-Sets zu finden?

Immer! Eigentlich gibt es immer einen Track, der mich besonders fesselt. Meistens mache ich ihn dann auch zur „Platte der Woche“ bei uns im Labelblog. Ich halte nicht all zu viel von der „den verrate ich keinem“-Geheimniskrämerei, sondern freue mich, meine Lieblingstracks auch beim privaten Feierngehen immer mal wieder zu hören – in Zeiten von Shazam und Co. wäre das auch eine zum Scheitern verurteilte Einstellung. Momentan begeistern mich besonders „Starchild“ von Frankey & Sandrino, „The Conclusion“ von Darin Epsilon und der alte Schinken „Timing von Guy Gerber. Ansonsten bin ich von dem Album vom noch nahezu komplett unbekannten Herr Juri begeistert und finde Ninze & Okaxy bzw. Wide Awake klasse.