Der Vorteil der Freiheit – Liftboi released „Heeme“ EP ohne Label

liftboi

„Die EP „Heeme“ ist das Ergebnis des erneut gescheiterten Versuchs, mein erstes Album zu produzieren“, gibt der Leipziger Liftboi zu, wenn man ihn auf seine neue EP anspricht. Für einen Longplayer fehlen ihm zurzeit die Ressourcen und von den geplanten 15 hat er nur vier Tracks durchgezogen. „Meine Inspirationen sind in der Regel Dinge im Alltag, die ich verarbeiten möchte. Die Sounds entstehen daher auch meistens sofort und binnen weniger Stunden“, so der Musiker. Wenn die Tracks in dieser euphorischen Phase nicht fertig würden, würden sie es nie.

Liftbois Markenzeichen: der melektronische Sound

Das zweite Kurzalbum des Leipzigers erschien am 10. Dezember 2015. Die vier Tracks, die er hier vereint hat, spiegeln den Sound, an dem er die letzte Jahre weiter gefeilt hatte: den melektronischen Sound. Dabei werden akustische Elemente mit synthetischen Flächen zu einem Mix verbaut, dessen melancholisches, dennoch treibendes Ergebnis ein Gefühl des Nachhausekommens erzeugt. Der Slogan „Heeme is everywhere“ spielt auf die vielen Menschen in Not an, die auf der Flucht und Suche nach einem sicheren Ort und neuem Zuhause sind. Die Nummer „Scheeks“ war einer der ersten Liftboi-Tracks und ist schon drei Jahre alt. „Wie auch „Leipzig“ war er bisher bei SoundCloud zu hören – und jetzt als neue Produktion auf der EP. Die anderen beiden synthilastigen Tracks habe ich in Barcelona gebastelt, wo ich dieses Jahr ein Praktikum gemacht habe“, erklärt der 25-Jährige, der aktuell eine zukünftige Live-Synth-Band plant.

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Release ohne ein Label

Veröffentlicht hat Liftboi die 4-Track-EP ohne die Hilfe eines Labels. „Der entscheidende Vorteil ist die Freiheit“, betont er, „alles selber entscheiden zu können.“ Wann die Musik veröffentlicht werde, wie die Musik veröffentlicht werde und teilweise wie viel sie koste. Das seien alles Punkte, die er selbst entscheiden könne. „Wie das Cover aussieht, wie das Album heißt, wie die Tracks klingen. Außerdem gehen fast die kompletten Einnahmen an den Künstler – bei Labelverträgen bleiben dem Künstler meist nicht einmal 50 %. Auch wenn man an der Stelle sagen muss, dass die Einnahmen die Ausgaben bei einer EP wie „Heeme“ nicht decken.“ Ein Label könne dennoch helfen, den Sound zu optimieren und ein schönes Artwork beisteuern. „Auch was Kontakte und Promotion angeht, bin ich ohne Label auf mich alleine gestellt und habe nicht ansatzweise die Reichweite, die ein funktionierendes Label hätte. Es fällt einfach mehr Arbeit an, gerade auch im technischen und organisatorischen Bereich. Aber da ich Medienmanagement studiere, sind diese Produktionen für mich eine Spielwiese, und die Abhängigkeit von einem Label würde mich eher einschränken.“

Tracklist:

01. Liftboi – Lost In The Mountains
02. Liftboi – Scheeks
03. Liftboi – Leipzig
04. Liftboi – I’m In Love With A Synthi