Frank Schreiner (dig dis!): „Wir suchen „Hidden Champions“ in unseren Katalogen und kombinieren sie mit ein paar bekannteren Acts“

Nachdem die zwölfte Ausgabe der Reihe „Zirkus Zirkus“ auf Platz 1 der iTunes Electronic Album Charts landete, folgte an Ostern diesen Jahres die nächste Edition – und zwar mit 40 Tracks! Die 13. Zusammenstellung strotzt von neuen Künstlern, die sich unter etablierten Produzenten tummeln. „Es ist eine perfekte Symbiose von coolen Underground-Tunes und radiofreundlicher Musik“, betont das Label der Compilation – City Life Records. Hinter dem Imprint verbirgt sich der Stuttgarter Vertrieb dig dis!, der seit nun mehr 26 Jahren Musik digital vertreibt. Zu seinen Partnern zählen neben den Labels von Oliver Schories auch Great Stuff Recordings, Compost Records, Freude am Tanzen, Stil vor Talent, SUOL, Rekids und Upon.You. Wir sprachen mit Frank Schreiner über die Compilation, die Idee dahinter – und welche Ziele sie mit der Reihe noch verfolgen.

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trndmsk: „Zirkus Zirkus“ erschien letzte Woche zum 13. Mal. Welche Philosophie steckt hinter der Reihe? Wie kamt Ihr überhaupt auf den Namen und der Idee, eine Compilationreihe – bestehend aus 40 Tracks – zu veröffentlichen?

Frank Schreiner: „Zirkus Zirkus“ bedeutet in unseren Augen: bunt, vielfältig, aufregend, magisch – und ist deshalb ein perfektes Synonym für unser musikalisches Konzept. Dass es jetzt 40 Trcaks und zwei DJ-Mixe beinhaltet, hat sich erst im Laufe der Ausgaben so entwickelt. Auf Grund der gestiegenen Nachfrage nach den ersten Ausgaben wurden uns auch immer mehr neue Tracks angeboten, und so ist die Trackanzahl nach und nach von 20 über 30 bis auf 40 Titel angestiegen. Was aber auch die Obergrenze jetzt ist, um den einzelnen Künstlern auch weiterhin die notwendige Wertigkeit zu erhalten.

Wie wurden die Künstler und die Tracks für die neue Ausgabe ausgesucht?

Als digitaler Musikvertrieb verfügen wir über einen enormen Pool an tollen Labels, die großartige Musik releasen. Doch immer wieder kommt es vor, dass einige von Ihnen etwas unglücklich ihre Releases planen oder bzgl. des Marketings falsch agieren – oder einfach Pech hatten und nicht entsprechend wahrgenommen werden, obwohl sie eigentlich zwingend einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt gehören. Wir suchen diese „Hidden Champions“ in unseren Katalogen und kombinieren diese mit ein paar bekannteren Acts. So finden sie zu einer sehr interessanten und frischen Trackliste abseits von den auf allen anderen Samplern ständig verbratenen „Radio-Hits“ zusammen.

Wie kann ein Label seine Veröffentlichungen besser planen? Bietet Ihr als digitaler Musikvertrieb auch eben diese Hilfe an?

Leider sind manche Labels auch etwas beratungsresistent und releasen zum Beispiel an einem Wochenende, Feiertag oder sogar an Feiertagen wie dem 24. Dezember. Sie ignorieren also unsere „Best Practice“, die wir als Vertrieb anbieten.

Wie fällt das bisherige Feedback zur Nummer 13 aus?

Wow, was soll ich sagen – die 13 bringt uns Glück! Direkt nach dem Veröffentlichung am letzten Freitag sind wir bei iTunes direkt von 0 auf Position 1 der Electronic Album Charts gesprungen und haben uns bis dato nicht mehr wegbewegt. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass wir in der Top 20 der iTunes Overall Charts vor vielen extrem marketingbeladenen Alben von namhaften Künstlern und vielen anderen Major-Compilations sind.

Welche Nummern auf der Compilation gehören zu Deinen Lieblingen?

Um ehrlich zu sein, finde ich die etwas spherische Nummer von naturtalente – „Goldgräberstimmung“ – am Besten. Aber auch Sascha Beeks „Love in the Wrong Place“, das mit einem so klasse Vocal aufwartet, gefällt mir.

Welche Ziele verfolgt Ihr noch mit der Compilationreihe in den kommenden Jahren?

Wir wollen unbedingt die Qualität so erhalten und den Bekanntheitsgrad der Serie noch weiter vorantreiben, damit wir noch mit vielen weiteren jungen Künstlern in Zukunft zusammenarbeiten können. Geplant sind eventuell auch physische Produkte sowie eine Eventreihe. Dazu sind wir gerade auf der Suche nach entsprechenden Kooperationspartnern.

Also wieder zurück zu Vinyl. Würde sich das für Eure Reihe rechnen?

Ein bißchen Retro ist ja gerade Mode. Ob es sich wirklich kaufmännisch rechnet, ist natürlich immer die Frage bei Vinyl. Eine CD-Pressung sehen wir aber als gute Ergänzung für das Brand.

Das Interview führte Benjamin Reibert.