Das Jünglinge-Video zu Evvols Stück „Physical L.U.V.“

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Seitdem das Projekt Jünglinge, ein junges Kollektiv aus Filmemachern, letztes Jahr das Glück hatten, eine Musikvideo-Trilogie für drei Single-Auskopplungen des australischen Electronic-Produzenten Charles Murdoch in Kollaboration mit dem Label Future Classic zu produzieren, sind sie von dem Format „Music-Short“ oder „Musikfilm“ und seinen ästhetischen und narrativen Möglichkeiten fasziniert. „Seit 2015 existieren wir als Produktionskollektiv und haben dann Anfang des Jahres verschiedenen Künstler/innen geschrieben, mit denen wir uns eine Zusammenarbeit gut vorstellen könnten – weil wir schlichtweg deren Musik mochten“, erzählt Paulina Lorenz, Mitglied des Kollektivs. Ihnen sei es wichtig, sich von dieser Musikpromo-Werbe-Produktionsattitude zu befreien, sagt die junge Filmemacherin.

Eine Lovestory für das Video

Ihr letztes Werk kreierten sie für das Berliner Darkwave-Pop-Duo Evvol an: „Die großartigen Girls von Evvol haben uns geantwortet und fanden unsere Videotrilogie toll. Ein paar Treffen und Drinks später war dann auch schon alles in trockenen Tüchern.“ Konzipiert wurde ein Video für den Track „Physical L.U.V.“. „Sowohl wir als auch Evvol waren an der Erzählung einer „queeren“ und nicht konventionell „körperlichen“ Lovestory interessiert sind“, verrät Lorenz im Gespräch. „Ein paar Mood-Videos und Themen-Vorschläge von Evvol, und einige Pitch-Vorschläge von uns später, haben wir uns dann auf die Geschichte um Luka, einen genderqueeren Teenager, und seine Erfahrungen mit einer besonderen Art der „Physical L.U.V.“ geeinigt.“ Im knapp achtminütigen Video erzählen sie in verschiedenen Formaten seinen Alltag im Fitnessstudio-Job und sein Aufeinandertreffen mit einer Bauerstochter, auf deren Traktor er eines Nachmittags mitfährt.

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Das Einfangen der niedersächsischen Idylle

„Wie schon in den vorhergehenden Videos, in denen wir Hildesheimer Boxstudios, Kneipen und Parkplätze zeigen, sind wir auch hier durch die niedersächsische „Idylle“ mit ihren weiten Feldern, Atomkraftwerken und Kreidefelsen inspiriert. Wir haben also verschiedene Bauernhöfe im Raum Hannover gescoutet, bis wir die richtigen für das Video gefunden hatten.“ Da sie gerade alle noch in den letzten Zügen in Hildesheim studieren, haben sie dort im Moment ihre Base und drehen und produzieren ausschließlich in der Gegend. Der Kurzfilm sei deshalb Ende März mit einer Crew und Cast aus Hildesheim, Berlin, Hannover und Hamburg in der Nähe von Hildesheim gedreht worden. „Wir haben im März noch ein weiteres Musikvideo gedreht, das wahrscheinlich im Juni oder Juli online gehen wird – das Setting des Videos ist die größte Palmenplantage Norddeutschlands!“