Ramiro Lopez: „Das erste Mal einen DJ bei der Arbeit live zu sehen, war ein magischer und für mich wegweisender Moment“

Ramiro Lopez kennt man nicht erst seit seinen jüngsten Veröffentlichungen auf Intec oder Stereo Productions. Schon seit einigen Jahren versorgt uns der Musikproduzent mit einem groove-intensiven Techno, der es von Ibiza über Europa bis nach Südamerika geschafft hat. Die druckvollen und doch organischen Sets des Spaniers finden Anhänger auf der ganzen Welt und stehen wie auch die Produktionen für einen sehr eigenen Stil. Trotz des vollen Tourkalenders und unzähligen Flugmeilen findet Lopez auch immer wieder Zeit fürs Studio. Aktuell steht auf dem Label My Favourite Freaks der Track „Paradise“ in den Startlöchern, der auf Vinyl erscheint. Weitere Veröffentlichungen warten ebenfalls darauf, das Tageslicht zu erblicken. Wir haben mit dem Durchstarter gesprochen, der dieser Tage nicht nur Support von Techno-Ikone Carl Cox bekommt.

Ramiro Lopez - Photoshoot May 2015

trndmsk: Hinter jedem DJ steckt eine andere Geschichte – was hat Dich an die Decks gebracht?

Ramiro Lopez: Soweit ich mich zurückerinnern kann, liebe ich elektronische Musik. Schon als Kind habe ich im Radio den Techno-Sendungen gelauscht und in meinem Zimmer dazu getanzt. Als ich dann das erste Mal auf einer Party im Club war, habe ich mich endgültig in die Szene und das Nachtleben verliebt. Das erste Mal einen DJ bei der Arbeit live zu sehen, war ein magischer und für mich wegweisender Moment. Die Vibes und diese Verbindung zu den Leuten auf der Tanzfläche zu spüren hat mich letzten Endes dazu bewegt, mir Turntables und die ersten Vinyls zu kaufen.

Mittlerweile zählst Du zu den erfolgreichen DJs weltweit. Gerade warst Du auch mit Coyu, der hinter Suara steht im Studio. Wie war die Zusammenarbeit?

Ich bin selbst ein großer Fan von Coyu, und wir sind darüber hinaus auch gute Freunde. Daher ist es immer eine Freude, zusammen im Studio Zeit zu verbringen und gemeinsam zu arbeiten. Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten und Ansichten, die wir teilen – nicht nur im musikalischen. Unsere aktuelle Kollaboration erscheint noch diesen Sommer.

Was stehen sonst noch für Veröffentlichungen an?

Oh ja, es steht wirklich einiges an. Vor Kurzem erst ist auf Intec eine EP von mir erschienen, welche Carl Cox oft aufgelegt hat und nach der mich viele Leute im Vorfeld gefragt haben. Ebenfalls kommen nun im August die EP mit Coyu für Suara, eine EP auf Octopus und aktuell mein Track auf der Concept Vinyl Serie von My Favourite Freaks. Wir planen nun gerade die letzten Monate des Jahres.

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Wie kam es zu der Connection mit Carl Cox?

Die Sachen von seinem Labl Intec habe ich schon lange in meinen Sets gespielt. Tatsächlich habe ich an den A&R von Intec immer wieder mal Sachen geschickt, bis es irgendwann passte. Ich erinnere mich noch daran, im Space Ibiza Carl live zu sehen und auf einmal einen meiner unveröffentlichten Tracks zu hören. Ich war wirklich glücklich, selbst zu einem Demo von mir zu tanzen. Und dann folgte gleich noch einer – insgesamt spielte er fünf Tracks in dieser Nacht von mir und lud mich später in die DJ-Booth ein. Am nächsten Tag unterzeichnete ich den Vertrag und veröffentlichte meine EP auf Intec. Diesen Tag werde ich wohl nicht mehr vergessen.

Du bist im Techno beheimatet – gibt es andere Genres die Dich inspirieren?

Ich mag ganz unterschiedliche Musikstile. Andere Genres zu hören gibt mir Ideen, um diese wiederum in meinen Sets zu verarbeiten. Derzeit bin ich sehr in Techno vertieft. Es kann aber durchaus sein, dass ich auch nochmal eine andere Seite von mir zeigen werde, wenn ich mal in der Zukunft an einem Album arbeiten werde. Außerhalb der elektronischen Musik höre ich sehr gerne Jazz und Bossa Nova. Vor allem, wenn ich koche, lese oder Sport mache.

Du spielst in Clubs und ebenso Festivals verteilt auf dem ganzen Erdball. Nimmst Du von den vielen Reisen und Gigs mit was zurück ins Studio in Spanien?

Oh, na klar. Ich komme in der Regel mit viel Energie und Ideen vom Wochenende zurück. Und wenn ich auf Tour bin, sehe ich viel inspirierende Dinge. Das ist dann noch intensiver, und ich kann vieles davon im Studio verarbeiten. Ich teste meine neuen Sachen auch immer live, passe noch ein wenig an und versuche so, das Maximum rauszuholen.

Gibt es etwas, dass Du rückblickend im Allgemeinen ändern würdest?

Ich bin wirklich sehr glücklich gerade mit meiner Laufbahn. Und all das, was jetzt gerade passiert, geschieht auf Grund meiner Vergangenheit. Von daher würde ich nicht wirklich etwas ändern wollen. Vielleicht hätte ich nur noch früher angefangen, zu produzieren oder früher begonnen, Instrumente zu erlernen.

Ramiro Lopez - Photoshoot May 2015

Um ehrlich zu sein, wir lieben Tapas. Was empfiehlst Du?

Ich liebe sie auch. Tapas haben für mich viel mit Gemeinschaft und gemeinsamen Teilens zu tun. Ich esse sehr gerne Tortillas – etwas wirklich sehr einfaches und simples. Diesen perfekt zuzubereiten hat etwas von Kunst und sie schmecken einfach wahnsinnig lecker.

Worauf freust Du Dich in den nächsten Monaten besonders?

Ich bin schon sehr aufgeregt und freue mich auf die nächsten Monate. Ich toure einige Mal durch Südamerika und habe auch noch Gigs in den USA. Nach dem Sommer geht es nach Asien. Ich denke, die vielen Stunden im Flugzeug in diesem Jahr lassen sich schon aushalten. Ebenfalls stehen einige Releases an, die ich erwähnte und natürlich auch Zeit im Studio.