Eine gute Zeit und vor allem gemeinsamer Spaß – das Kater Blau-Set aus dem Kiosk von Nadine

nadine

„Ich habe im November 2015 das erste Mal im Kiosk gespielt“, erzählt Nadine. Ihr letztes Set, das sie am 17. Juli im Kater Blau spielte, war ihr bisher fünftes Mal dort. „Und die nächsten sind zum Glück auch schon im Planung.“ Die Künstlerin packt vor einem Gig natürlich immer ihre Plattentasche oder geht gezielt Platten kaufen: „Seitdem ich in Berlin lebe, habe ich eine tolle Auswahl an Plattenläden. Das hat meinen Sound wirklich weitergebracht. Da ich auch weiß, dass ich regelmässig im Kater zu Gast bin, suche ich tatsächlich auch permanent nach „Katermusik“.“

Die besondere Atmosphäre im Kiosk

Jedes ihrer Sets im Kater, so sagt sie, sei bisher ein ganz besonders gewesen: „Ich mag einfach die Atmosphäre im Kiosk. Ich muss aber sagen, dieses Mal noch eine Spur besonderer.“ Im vergangenen Mai diesen Jahres ist ihr guter Freund Heiko MSO überraschend an Krebs gestorben. „Heiko war eine Koryphäe, Gründer der Labels Playhouse, Ongaku und MSO Records sowie Schöpfer vieler legendärer Platten. Heiko war musikalisch mein größtes Vorbild, und er hat mir viel beigebracht“, erinnert sich Nadine, „vor allem aber den Spirit von Housemusik. Seit Heikos Tod habe ich mich wieder intensiv mit Housemusik beschäftigt, vor allem aber mit dem Background dieser Musik.“ Auf seinen Parties sei einfach jeder willkommen gewesen: „Und jeder wurde gleich behandelt. Der DJ war kein Star, niemand besonderes. Er hat nur durch alle anderen funktioniert, so wie die Tänzer nur durch ihn funktioniert haben – und alle nur durch die Platten, die jemand anderes produziert hatte. Das alles funktioniert ja auch nur zusammen.“

„Die Kultur, die wir haben, ist der Moment, in dem wir etwas Gemeinsames erleben“

Jeder habe Spaß gehabt, jeder habe gegrinst. „Wir haben alles geteilt. Da war es auch egal, ob wir schwitzen oder die Wimperntusche verläuft. Egal was man für Klamotten trägt, was man verdient oder woher kam kommt. Wir haben einfach zusammen eine wunderbare Zeit gehabt. Gezählt hat nur das Miteinander“, so die Musikerin, die dabei Ricardo Villalobos zitiert: „Die Kultur, die wir haben, ist der Moment, in dem wir etwas Gemeinsames erleben.“ Das treffe genau den Punkt, sagt Nadine. „Wenn wir b2b gespielt haben, sind wir nur zum Mixen hinters (ebenerdige) DJ-Pult gegangen und haben sonst mit allen anderen getanzt.“ Jede Platte wurde bewusst auf die vorherige des anderen ausgesucht: „Das mag alles kitschig klingen, war aber genau so.
Diesen Spirit habe ich in letzter Zeit auf Parties oft vermisst, daher war mir bei diesem Set einfach wichtig, dass alle eine gute Zeit hatten, dass wir alle Spaß haben. Danach habe ich auch die Musik ausgesucht.“

Ein Set, das glücklich macht

Nadine hatte gegen 9:30 Uhr angefangen, die Sonne stand schon am Himmel: „Der Kiosk ist ja im Sommer nach außen hin offen, wir konnten also alle die Sonne genießen. Bis zum Ende meines Sets um 16:00 Uhr war der Dancefloor auch immer voll, manche Leute waren zeitweise in der Sonne und haben Eis gegessen. Es gab Seifenblasen und mir hat jemand Gummibärchen übers Pult gereicht. Und irgendwann eine Schnapsrunde für alle.“ Wunderbar sei auch, dass das Kioskpult auch ebenerdig, also auf einer Ebene mit dem Dancefloor, ist: „Man kann direkt in die Bar bzw. aus der Bar ins Pult gehen. Man ist also auch hier auf der selben Ebene.“ Geplant war eigentlich auch keine Aufnahme ihres Sets. „Ich wollte das nur für diesen Moment spielen. Glücklicherweise hat aber dann doch jemand aufgenommen. Nachdem ich das Set durchgehört hatte, entschied ich mich dann, einen Teil privat hochzuladen. Irgendwie war es dann wohl doch öffentlich und wurde von einer Seite geteilt.“ Sie habe das erst ein paar Tage später gemerkt, da hatte ich aber dann schon Feedback und eine Menge Plays. „Daher hört man in dem Set auch am Anfang das Kratzen der Podis, das sind die Knöpfe am Mixer, und es springt mal eine Platte. Aber das ist egal, ich finde das Set macht einfach glücklich – mich zumindest.“

Tracks, die herausstechen

Einen absoluten Lieblingstrack im Mix zu nennen, fällt ihr anfangs schwer: „Nur einen Track, der später im Set noch vorkommt, allerdings habe ich den Teil nicht online gestellt. Er erinnert mich immer an Heiko, von ihm habe ich die Platte auch: „Trippin“ von Jovonn im Body ’n Deep Vox Mix.“ Aber auch „Purity 0%“ von DJ Normal 4 und „Karasu“ von Quarion im Remix von Crowdpleaser spielt sie gerne: „Die letztgenannte Nummer passt einfach so gut in den Katerkiosk. Und immer, aber auch wirklich immer dabei ist eine Nummer vom Markus Sommer (im Set hier „Dark Sweven“ und „Fucked Up Dinosauri“. Markus ist Offenbacher und noch relativ jung – ich bin großer Fan seiner Musik.“

Tracklist:

01. Sebastian San – Wuxia (Dub Mix)
02. Cosmjn – Changes
03. XtetiQsoul – Orchestrate (Infected Soul Voyage Mix)
04. / – /
05. / – /
06. Davis – Metal Clouds
07. Sebastian San – Renaissance
08. Massimiliano Pagliara feat. Mavin – With the One
09. / – /
10. Portable & LCio – Dive in
11. / – /
12. DJ Normal 4 – Purity 0%
13. Sebastian San – Arp Madness
14. Quarion – Karasu (Crowdpleaser Remix)
15. Shit Robot – End of the Trail (Roman Flügel Remix)
16. Fabio Montana – Ortygia (Love Over Entropy Repattering)
17. Dub Taylor – Concentration
18. Plant 43 – Destroying Angel
19. Markus Sommer – Dark Sweven
20. / – /
21. Jammin’ Unit – Dropout Dub
22. / – /
23. YokoO – Timeless Love
24. / – /
25. Indivizibil – Puncte Puncte
26. / – /
27. Plant 43 – Destroying Angel
28. / – /
29. / – /
30. Markus Sommer – Fucked Up Dinosauri
31. Einzelkind – Hide n Seek
32. Italo Johnson – Untitled
33. Claude van Stroke – the Whistler
34. Love Over Entropy – Finisterre
35. Arapu – Escape
36. Alexis Cabrera – By Chande
37. Varhat – Ban
38. Honesty – Big Sur (Dub)
39. Moi – 01
40. MP – A2
41. Aline Brooklyn – Aline Brooklyn 01 Track 1
42. Mulatu Astake – Yegelle Tezeta