Unkonventionell sein, Dinge ausprobieren, neue Pfade einschlagen – die „Rave Like It’s 92“ EP von Robert Mycer

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Die 1990er Jahre werden gemeinhin als die Blütezeit des Techno in Deutschland angesehen. „Viele vermissen diesen Spirit heutzutage“, findet Rober Mycer. Deswegen wollte er mit seiner „Rave Like It’s 92“ EP daran erinnern, dass es in Ordnung ist, unkonventionell zu sein, Dinge auszuprobieren, neue Pfade zu gehen – und vor allem sich selbst und andere zu überraschen. „Das ist die Seele des Techno, und die lebt auch heute noch in jedem von uns, auch wenn wir nicht mehr in den 1990er Jahren leben und auch wenn sie manchmal vielleicht etwas verschütt gegangen ist. Aber dann graben wir sie eben wieder aus“, sagt der Hamburger Musiker. Um ein gutes Gespür für den Sound der Zeit zu bekommen, sei Discogs toll: „Dort kann man Releases auch nach Erscheinungsjahr sortieren und bekommt so nach kurzer Zeit einen guten Überblick. Das meiste ensteht bei meiner Musik aber tatsächlich aus dem Moment heraus.“ Er trage ein bestimmtes Gefühl mit sich herum und das bahne sich dann irgendwie seinen Weg in die Form eines Tracks: „Was da genau passiert, weiss ich allerdings selbst nicht wirklich.“

Motivation von Riley Reinhold

Zwischen Februar und Juli diesen Jahres sind die vier Werke „Rave Like It’s 92“, „If You’re Waiting For A Sign This Is It“, „Bass Besiegt Regen“ und „Don’t Forget To Go Home“ in seinem Homestudio in Hamburg entstanden: „Ich hatte zunächst gar nicht vor, unter dem Konzept eine ganze EP zu produzieren.“ Motiviert hat ihn dazu Riley Reinhold von Traum Schallplatten, weil „ihm das Konzept und der erste Track, „Rave Like It’s 92“, gut gefielen, sagt Mycer. „Dann ging’s erst so richtig los!“ Heerhorst und Hassan Abou Alam steuerten jeweils einen Remix bei: „Die beiden hat Riley mit seinem unglaublichen Gespür für den richtigen Sound ausgesucht.“ Später hatte sich zufällig rausgestellt, dass einer der Remixer, Heerhorst, und Mycer quasi direkte Nachbarn sind. „Ich finde beide Remixe sehr gelungen“, ergänzt der Hamburger. Als Demo hatte er dem Kölner Imprint den ersten Track geschickt: „Eigentlich war der Track als Einzeltrack für die „Tour de Traum“-Compilation gedacht, die regelmäßig auf Traum Schallplatten erscheint. Daraus ist dann aber letztendlich eine ganze EP entstanden.“ Das Cover steuerte www.rikkart.com bei.

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Das Auflegen fehlte ihm

Nun konzentriert sich der Produzent wieder aufs Auflegen. „Während der Zeit, in der die EP enstanden ist, habe ich sogut wie gar nicht aufgelegt, um mich ganz auf das Produzieren konzentrieren zu können. Da hab ich dann gemerkt, wie sehr mir das Auflegen fehlt – weil es mir den Kontakt zu den Menschen ermöglicht, die diese Musik genauso lieben und leben wie ich. Das ist mir unglaublich wichtig.“ Nebenbei arbeitet er natürlich auch an neuer Musik: „Ich bin gespannt, wo die Reise dieses mal hingeht! Vielleicht ja in die Zukunft – „Rave Like It’s 2098″ oder so.“

Tracklist:

01. Rave Like It’s 92
02. If You’re Waiting For A Sign This Is It
03. Bass Besiegt Regen
04. Don’t Forget To Go Home
05. Rave Like It’s 92 (Heerhorst Remix)
06. Don’t Forget To Go Home (Hassan Abou Alam Interpretation)