In Richtung reichhaltigere Soundlandschaften – der Longplayer „Anxious“ von Rødhåd

rodhad

Mit seinem neuen Album „Anxious“ möchte der Berliner Rødhåd einen Schritt weg vom Dancefloor machen und seinen Sound in Richtung reichhaltigere Soundlandschaften – möglicherweise nach dem Vorbild von Filmmusik – entwickeln. Der Longplayer, der natürlich auf seinem eigenen Label Dystopian erscheint, ist gleichzeitig sein Debütalbum, für das er unter anderem mit Giegling- und Dystopian-Artist Vril kollaborierte. Zehn Tracks, zehn Mal Rødhåd auf eine etwas andere Art und Weise und ja, mindestens zehn Momente, die als pure Epik gewertet werden dürfen. Dieses, sicherlich unter Fans und Freunden in höchstem Maße und lange erwartete Debütalbum wird den Berliner Mike Bierbach (Rødhåd bürgerlich) in einem anderen Licht zeigen.

Bei “Target Line” geht Rødhåd die einzige Kollaboration des Albums ein

Die inspirierenden Sounds seines ersten Albums sind für den Act der nächste natürliche Schritt, seinen Sound weiter zu kultivieren – wie richtungsweisend schon bei seinen kürzlich veröffentlichten EPs “Kinder der Ringwelt” und “Söhne der Erde” erkennbar war. Das erste Album des rothaarigen Ostberliners ist nicht nur ein selbst gelegter Grenzgang, sondern auch eine One-Man-Show – zumindest fast. Eine Kollaboration mit Labelkollege Vril ist der Dystopian-Boss für den Track “Target Line” eingegangen. Vrils großartiges Know-How im Drum-Arrangement und seine Einflüsse in Sachen Melodie sind hier unverkennbar, auch wenn sich der Song nahtlos in die komplett selbstgemachten Werke von “Anxious” einpassen lässt.

anxious

Rødhåd selbst steht im Fokus

Nicht nur neun der zehn Songs kommen vom LP-Debütanten selbst, sondern er spielt gleichermaßen den Mittelpunkt auf seinem Cover. Zu sehen: Rødhåd oberkörperfrei, stark tattoowiert und mit weißer Kreide im Gesicht. Ein Paradoxon, denn “anxious” (also ängstlich) wirkt der groß gebaute Hauptstädter nicht wirklich. Es geht wohl eher um die Vermittlung der Soundscapes, die beim Hörer durchaus einen Mix aus Neugier und Furcht auslösen können.

Das Coverfoto von “Anxious” schoss der Fotograf Matthias Wehofsky. Releasetermin der Platte war der 20. Oktober 2017.

Tracklist:

A1. Unleash
A2. Withheld Walk
B1. Escape
B2. Brief Respite
B3. Awash
C1. Glimmer Of Light
C2. Target Line feat. Vril
D1. Burst
D2. Left Behind
D3. Cast A Shadow

Ein Artikel von Radiothérapie und Feelectronica.