Eine unheimliche Nacht in Wien – Rolandsons Mitschnitt von der Heimlich-Party

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Rolandson bei der RITUEL Party im Oktober 2017 in Paris

„Das war ja bereits mein zweiter Gig bei der Heimlich Crew in Wien, der sich durch den wundervollen ersten Gig im Januar 2017 und den regen Austausch und die klamm heimlichen Wiedersehen in Zürich und beim Meeresrausch Festival ergeben hat“, sagt Rolandson zu seinem Gastspiel in Österreichs Hauptstadt. „Das ganze kam ja ungefähr so zustande: Die Künstler Späk sowie Oberst & Buchner hatte ich durch deren Veröffentlichungen schon eine Weile auf dem Schirm und im Verlauf von 2016 erschienen dann für mich auch Oliver Rottmann und leschueft auf dem musikalischen SoundCloud-Bildschirm.“ Die konkrete Idee für einen Gig kam von der Heimlich Crew, nachdem Akumandra – eine Plattform aus Mexiko – im Oktober 2016 einen Mix von Rolandson veröffentlicht hatte.

„Jeder einzelne in der Crew ist auf seine Art liebenswert“

„Im Endeffekt fand sich dann der 6. Januar 2017 als Termin, doch zuvor kam eine kleine Gruppe von den Heimlichs im November nach Berlin und wir verbrachten das erste Mal, abseits der Online-Präsenz, eine schöne Zeit zusammen.“ Es passte also nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich und die Vorfreude auf den Gig stieg: „Spätestens da lernte ich dann auch die anderen Mitglieder kennen und spielte dann mit Caleesi, Späk und Oberst & Buchner im Club fluc_wanne, der durch die Crew in einen kleinen Dschungel verwandelt worden ist. Was soll ich sagen: Kurz nach 23:00 gab es den ersten Einlassstopp, die Stimmung beim Publikum wie bei uns allen war von Anfang bis Ende einfach umwerfend. Jeder einzelne in der Crew ist auf seine Art liebenswert und mir in der kurzen Zeit, in der wir uns kennen, ein Freund bzw. eine Freundin geworden.“ So blieben sie weiterhin in Kontakt, trafen sich mal mehr geplant, mal heimlich und unverhofft hier und dort und verbrachten gemeinsam immer wieder eine schöne Zeit. „In seiner Gesamtheit führte das dazu, dass sie mich für ihre Halloweenfeier Unheimlich einluden. Zusammen mit Sarah Mo, ZIMT, Thomas Atzmann und Alex Kaminski spielte ich dann auf dem Heimlich-Floor, wo eben jener Mitschnitt entstand“, erklärt Rolandson.

Ein Querschnitt aus zwei Möglichkeiten

„Ehrlich gesagt, das war diesmal eine echt Krux“, sagt er über die Auswahl der Tracks, „normalerweise habe ich so zwei bis drei Songs für den Beginn und dann eine größere Trackauswahl für den Flow. Warum auch immer, doch dieses Mal habe ich mich selbst so unter Druck gesetzt, dass ich für mich nicht so recht in die Gänge kam und einfach keinen Zugang fand. Die Gründe dafür kann ich noch nicht einmal so richtig benennen. So bin ich dann Sonntagnacht, ohne auch nur den Funken einer Idee zu haben, nach Wien gefahren und habe den restlichen Montag und den halben Dienstag damit verbracht, wahllos Songs durchzuhören und Idee auf Idee immer wieder zu verwerfen.“ Der entscheidende Funke war das Intro. „Wer meine Sets kennt, der weiß, dass ich seit Jahren immer gerne was vorneweg spiele, dass es eine Einleitung gibt – so sollte es auf jeden Fall auch bei Unheimlich sein. Für die Einleitung in das Set gab es bereits eine Vorüberlegung und diese erwies sich dann als goldrichtig, denn sie löste anscheinend meine kleine, innerlich selbstaufgebaute Blockade. Nach kurzer Zeit war das Intro fertig und mir kam schon währenddessen die Idee für den Anschlusstrack. Damit war der Knoten gelöst und es ergaben sich ein zwei Möglichkeiten, wie ich den Abend musikalisch gestalten könnte. Zum Schluß ist das Set, der Mitschnitt, ein Querschnitt aus zwei Möglichkeiten geworden.“

„Warum habe ich mir vorher selbst so einen Stress gemacht?“

Und die Stimmung während seines Sets? „Kurz und knackig: einfach nur gut und überragend.“ Es habe einfach alles gepasst: die Location, die Deko, der Sound, die Hiemlich-Leute, der Umgang zwischen den Künstlern und den VeranstalterInnen, die Freude des Wiedersehens, nicht zuletzt das Intro sowie die Reaktion darauf, der sich sehr schnell füllende Floor, die ersten Reaktionen aus dem Publikum. „Das hat einfach von der ersten bis zur letzten Sekunde so gut gepasst, dass ich mich jetzt echt frage: Warum habe ich mir vorher selbst so einen Stress gemacht?“ Auch die anderen Sets aus der Nacht seien genau richtig und somit auch gelungen gewesen, meint Rolandson. „Die Nacht war musikalisch, durch die Reihenfolge der KünstlerInnen mit Sarah Mo, Rolandson, Alex Kaminski, Thomas Atzmann und ZIMT, wellenförmig aufgebaut. Mir kommt sowas beim Feiern entgegen, verstehe aber, wenn es Menschen gibt, denen das nicht so zusagt. Mir persönlich hat der Event also richtig gut gefallen und es war wundervoll, wie wir KünstlerInnen uns gegenseitig unterstütz haben und wie herzlich und freundlich der Umgang zwischen Crew, KünstlerInnen und Gästen war. Ich wünsche mir, dass es das so öfters geben würde.“