Saite Zwei gründen ihr eigenes Label und veröffentlichen die „Tonscheibensterne“ EP | trndmusik

Saite Zwei gründen ihr eigenes Label und veröffentlichen die „Tonscheibensterne“ EP

tonscheibensterne

„EPs bzw. Singles waren schon von Anfang an unser Ding“, gesteht das Duo Saite Zwei, „und ein komplettes Album zu produzieren, würde bedeuten, dass wir uns wahrscheinlich erst einmal zwei bis drei Jahre im Studio einschließen und weitgehend zurückziehen müssten. Dafür sind wir im Moment noch viel zu neugierig und ungeduldig.“ Aus diesem Grund bringen Philipp Krüger und Jonas Liedtke eine neue EP raus: „Tonscheibensterne“. „Wir mögen es auch sehr, mit Remixern zu arbeiten, was ja doch eher bei den kleineren Formaten üblich ist.“ Die beiden sind Musiker mit Leib und Seele: „Wir inspirieren uns im Prinzip durch die gemeinsame Arbeit im Studio vor allem gegenseitig. Oft ist es so, – und auch bei diesem Song – dass einer von uns beiden schon eine Idee mitbringt oder vorbereitet hat, die er dem anderen dann zeigt bzw. vorspielt. Das kann ein Riff, Drums eine Basslinie oder auch nur ein Soundkonzept sein.“

Ein grobes Konzept aus Basslinie, Drums und einer arpeggiierten Linie

Als für sie immer klarer wurde, dass das gemeinsame Musizieren zu mehr als nur einem Hobby geworden war, haben sie eine zusätzliche Wohnung/ Studio in Wismar angemietet. „Dort verbringen wir dann so ca. drei bis vier Tage pro Woche und schrauben an unseren Songs“, verrät das Gespann. Bei „Tonscheibensterne“ war es Philipp Krüger, der mit einem groben Konzept aus Basslinie, Drums und einer arpeggiierten Linie ankam. „Die Basslinie hat Jonas dann noch einmal mit seinem E-Bass und speziellen Amp Simulatoren eingespielt“, sagt Krüger. Dabei sei die Idee für das Hauptthema entstanden, als sie rumexperimentierten, mit dem E-Bass einen Synthesizer anzusteuern. Geremixed wurde das Werk von The Micronaut und Dirrty Dishes.

„Komm, den fragen wir jetzt einfach“

„Für uns beide war klar, dass wir an dieser Stelle keine Kompromisse machen und nur Leute fragen würden, die wir auch wirklich und unbedingt dabei haben wollen.“ Micronaut war direkt der allererste Wunschkandidat der beiden: „Wir kennen seine Musik schon seit vielen Jahren und haben ihn auch schon des Öfteren live gesehen. Gerade als Instrumentalisten haben wir auch einfach riesigen Respekt vor seinen Live-Performences und seinem sehr individuellen Style. Da könnte man wirklich sagen: Wir sind schlichtweg Fans.“ Eines Abends im Studio hatten sie sich bei Wodka Cola und guter Stimmung sein Boiler Room-Set angeschaut und etwas übermütig, aber aus voller Überzeugung, entschieden: „Komm, den fragen wir jetzt einfach.“ Bei Dirrty Dishes hatte die Wahl als Remixer etwas mehr Kalkül, „war deshalb aber nicht weniger authentisch“, meint das Produzenten-Team. „Mit unserm Original und dem Micronaut-Remix in den Händen, kam immer mehr das Gefühl auf, dass das Release richtig was werden könnte und ob wir nicht sogar noch einen Remixer mit ins Boot holen wollen. Klar war, dass es vom Sound her in eine ganz andere Richtung gehen und wenn überhaupt, dann eine weitere Facette von dem zeigen sollte, was man aus dem Originalmaterial machen kann. Letztlich waren wir auch da dann schnell bei der Idee Dirrty Dishes zu fragen.“ Zum einen spielt Krüger regelmäßig Songs von ihm in seinen DJ-Sets und zum anderen war er in ihrer Wahrnehmung einer der konstantesten und professionellsten Produzenten der letzten Jahre, der immer wieder fett abliefern würde: „Und zudem noch einen anderen, eher tech-housigeren Style fährt.“

Release auf dem eigenen Label

Die drei Werke werden am 19. Januar 2018 auf ihrem neugegründetem Label Free At Last Records erscheinen. „Wir hatten beide schon immer unseren eigenen Kopf und recht klare Vorstellungen davon, wie wir uns die Arbeit mit und vor allem von einem Label wünschen würden. Im Laufe der Zeit haben wir dann aber immer wieder große Kompromisse machen müssen; sei es im grafischen Bereich, beim Mastering, Promotion oder beim Thema Transparenz.“ An dem Punkt könne man sich dann in endlosem Meckern und Ärgern verlieren oder einfach versuchen, es besser zu machen. „Wir haben uns dann für die zweite Option entschieden und nicht ganz ohne Bedeutung unser Label Free At Last getauft.“ Ungeachtet dessen, dass sie grundsätzlich sehr gerne mit anderen Künstlern arbeiten, werden sie die ersten Veröffentlichungsrunden vorrangig für sich selbst nutzen: „Zum einen deshalb, weil es bei der Gründung des Labels genau darum ging, uns eine eigene Spielwiese zu schaffen und zum anderen, weil wir erst einmal Erfahrung sammeln wollen.“ Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fänden sie es vermessen, anderen Künstlern zu suggerieren, dass es sinnvoll wäre, über sie zu veröffentlichen: „Klar wollen wir irgendwann auch genau dahin kommen, derzeit haben wir ja aber noch nicht einmal für die 001 auswertbare, geschweige denn vorzeigbare Daten, Fakten und Zahlen über Abverkäufe, Streamings, Reichweiten etc.“

2018 – ein Jahr zum Rumprobieren und Lernen

2018 werde für sie mit ein Jahr zum Rumprobieren und Lernen: „Im Moment öffnen sich uns fast täglich neue Türen, die wir uns auch jedes mal sehr genau anschauen und entscheiden müssen, ob wir hindurch gehen wollen. In diesem Zuge werden wir dann sicher auch eine immer klarere Vorstellung davon bekommen, was überhaupt geht, was genau wir wollen und wie wir das erreichen können. Und dann kann man sicherlich anfangen, darüber nachzudenken, auch anderen Künstlern anzubieten unsere Plattform zu nutzen.“ Für sie war von Anfang an klar, dass sie mit Free At Last nicht nur veröffentlichen wollen. „Es wird deshalb zum Beispiel zu jedem Release auch eine ganze Reihe von Folgeveranstaltungen geben, bei denen wir dann auch die entsprechende Akteure und Remixer der Platten featuren“, so Saite Zwei. „Für den Moment bedeutet das ganz konkret, dass nun einige Veranstaltungen mit dem Basis-Line-Up: Saite Zwei, The Micronaut und Dirrty Dishes folgen. Termine und Locations gibt es dafür bereits in Hamburg und Rostock.“ Darüber hinaus arbeiten sie bereits an den nächsten Projekten: „Längere Pausen vom Musik machen, gibt es bei uns schon seit einigen Jahre gar nicht mehr. Im Prinzip stecken wir immer in irgendeinem laufenden Projekt und arbeiten an neuen Tracks, Remixen oder unserem Liveset. Nun kommt halt noch das Label dazu und alles, was damit zusammenhängt – wie zum Beispiel die Planung und Durchführung der besagten Labelpartys. Und natürlich sind wir auch schon an der 002 dran.“

Erhältlich ist die EP via Beatport.

trndmsk: Micronaut, woher kam die Idee für Deinen Remix?

The Micronaut: Die Idee entsteht beim Machen. Ich habe da keine feste Formel. Ich höre mir erstmal das Original an und meistens stechen zwei bis drei Elemente für mich heraus, mit denen ich dann beginne. Ich versuche das dann in meine Form zu bringen, ohne der Songstruktur vom Original zu folgen. Wichtig ist, dass ich einen Zugang bekomme und nicht auf Krampf irgendwas erzwingen muss. Es kommt auch manchmal vor, dass mich ein Track gar nicht catcht. Dann versuche ich es auch gar nicht erst und muss die Remixanfrage ablehnen, aber bei „Tonscheibensterne“ lief das alles super.

Wie und wo ist deine Version entstanden?

Wie: Ich brauche immer etwas länger. Ich habe mal für mich festgestellt, wenn ein Track in kurzer Zeit fertig ist, dann überhöre ich mir den auch schnell und er ist eher kurzlebig. Ich halte mich gern an kleinen Details auf und arbeite bestimmte Elemente sehr lange aus. Wenn ich mir dann irgendwann den Track wieder anhöre, freue ich mich total über diese kleinen Dinge.

Wo: Der Remix ist noch in meinem Bedroom-Studio entstanden. Ich switche ab und zu und momentan bin ich wieder im richtigen Studio, aber zu Hause Musik machen, ist auch cool – gerade wenn man spontan eine Idee hat.

Wie kam der Kontakt zum Label zustande?
Ich habe Philipp und Jonas ab und zu auf Partys getroffen, und wir kamen ins Gespräch. Sie waren mir gleich sehr sympathisch und irgendwann kam eine Mail mit der Remixanfrage. Ist immer besser, wenn man schon mal miteinander gesprochen hat, irgendwie fühlt es sich einfach persönlicher an und ist nicht so jobmäßig. Ich habe mir das Original angehört und fand den Track mega. Hat mich gleich berührt.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir selbst an?

Ich bin immer am Schrauben, das Musikmachen erfüllt mich schon total, aber natürlich gibt es auch Pläne. 2018 wird es zwei neue EPs geben auf Free At Last und auf einem neuen Label der Fenou-Familie. Da freu ich mich sehr drauf. Dann erscheinen zwei Videos vom letzten Forms Album, und ich arbeite aktuell an meiner neuen Liveshow. 2019 erscheint dann mein viertes Album. Und ich werde zum ersten Mal eine Kollaboration starten. Ich möchte gar nicht zu viel verraten, es ist ein Leipziger Musiker, von dem ich mega Fan bin. Ich freue mich total darauf.

Tracklist:

01. Saite Zwei – Tonscheibensterne
02. Saite Zwei – Tonscheibensterne (The Micronaut Remix)
03. Saite Zwei – Tonscheibensterne (Dirrty Dishes Remix)