Dapayk Solo: „Ich fühle nicht nur den Ruf des Clubs, sondern auch die Berufung eine alternative Clubmusik zu präsentieren“ 

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Dapayk Solo, der Berliner Produzent und Minimal- und Techno-Connaisseur, ist zurück mit der zweiten Single seines bevorstehenden zehnten Studioalbums „The Calling“. Die Nummer „Flood“ mit Komplement erschien vor einigen Tagen auf Mo’s Ferry Productions. Das Album selbst kommt am kommenden Freitag in die Stores. Wir sprachen mit dem Musiker über seinen mittlerweile zwölften Longplayer.

trndmsk: Wie lange hast Du an dem Album gesessen?

Dapayk Solo: Ich sammle eigentlich meist über einen längeren Zeitraum Ideen und Ansätze und arbeite diese dann aus. Im Fall von “The Calling” dauerte dies etwa ein Jahr, und dann hatte ich drei völlig unterschiedliche Alben. Nachdem ich mich für die jetzige Variante entschieden hatte, verblieben zwei Monate, um alles auszuarbeiten und zu finalisieren. Für das Mastering habe ich dann anschließend noch einmal zwei bis drei Wochen gebraucht. 

Wie bist Du auf den Titel des Longplayers gekommen? Hat er eine tiefere Bedeutung?

“The Calling” bedeutet der Ruf oder die Berufung. Es ist doch erstaunlich, wie viele Menschen allwöchentlich dem Ruf der Clubs folgen, fast religiös dort einkehren und sich mit ihnen identifizieren. Für mich gilt das Gleiche. Ich spiele nun seit 22 Jahren live, und wenn ich mal ein Wochenende frei habe, werde ich unruhig. Mein Körper hat mittlerweile seinen Rhytmus so eingestellt, dass ich Samstagnacht erst spät müde werde, auch wenn ich eigentlich nicht spiele. Ich fühle aber nicht nur den Ruf des Clubs, sondern auch die Berufung eine alternative Clubmusik zu präsentieren. 

Woher kam die Idee zum Longplayer? Wo hast Du Dir die Inspiration für die Stücke geholt?

Anfang 2017 erschien unser Dapayk & Padbergs Longplayer “Harbour”. Wir hatten lange daran gearbeitet und das Release hatte sich am Ende um ein halbes Jahr verzögert. “Harbour” ist ein reines Höralbum. Ich hatte danach einfach wieder Lust auf Clubtracks. Ausserdem sitze ich sowieso ständig an neuem Material für die Dapayk Solo-Livetour und nach einer Weile reifte die Idee, ein neues Album zu machen. Es lagen ja auch schon über 30 Titel rum. Die meisten Einfälle bekomme ich im Club. Ich erscheine immer eine ganze Weile vor meinem Auftritt, um zu hören, wer was spielt und um zu sehen, was gut ankommt. Ich versuche mir dann verzweifelt diese eine tolle Bassline oder Chordkombi im Titel zu merken, sodass ich sie am nächsten Tag im Studio ausprobieren kann. Das klappt manchmal, manchmal nicht. 

Wie und wo sind die Tracks entstanden?

Da ich die Titel meist über einen längeren Zeitraum sammle, sind sie an verschiedenen Orten entstanden. Im Urlaub in Südfrankreich, in unserem Häuschen in der Uckermark und auf Tour im Flieger zwischen zwei Gigs. Ausproduziert wird dann alles in meinem Studio in Berlin. Dabei ist meine arbeitsweise der Umgebung angepasst. In der Uckermark habe ich mir ein provisorisches Studio mit etwas Hardware eingerichtet, unterwegs passiert alles im Laptop. Nach Frankreich fahren wir schon seit Jahren mit 50 kg Technik. Im Urlaub kann ich endlich Dinge ausprobieren, für die ich sonst keine Zeit habe und häufig lerne ich viele Synths erst so richtig kennen. 

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Wie kam es zu den Kollaborationen mit Vars, Komplement und Mental Bend?

Vars, Komplement und Mental Bend sind alles versierte Musiker, die wir im Laufe der Zeit auf Gigs kennengelernt haben. Vars auf einer Party mit Dapayk & Padberg, Mental Bend auf Tour in Japan und Komplement auf der Super Booth-Messe. Mental Bend haben letztens ein Album auf unserem Imprint Enfant Fenou veröffentlicht. Vars letztes Jahr eine EP auf Fenou und Komplements Release ist in Arbeit. Alle haben ihren eigenen Stil und es lag nahe, sie auch in mein Album einzubinden. Durch die Gesangsparts hat das ganze Album mehr Seele und auch einen leichten 80er-Einschlag bekommen. 

Wie war das bisherige Feedback zum Longplayer?

Sehr gut! Es ist mein zwölftes Album und dennoch hatte ich bisher noch nicht diese “Synthie-Open-Air-Feeling”-Richtung eingeschlagen, was viele überraschte. Es ist toll, Leute nach 20 Jahren noch mit etwas Neuem zu überrumpeln. 

Wieso das Release auf diesem Label? Was war entscheidend?

Weil es mein Lieblingslabel ist! Mein Label Mo’s Ferry Prod. gibt es nun seit 18 Jahren. In dieser Zeit hat sich viel im Musikbusiness verändert, aber wir haben immer noch Spass am Planen und Releasen. Da “The Calling” eine Clubnummer ist, machte es Sinn, nicht auf unseren Listeningimprints Fenou oder Enfant Fenou zu veröffentlichen. Das überlassen wir dann Dapayk & Padberg, Vars, Mental Bend und unseren anderen hochgeschätzten Künstlern.

Wie geht es nach der Veröffentlichung weiter? Was sind Deine nächsten Pläne?

Die Veröffentlichung verteilt sich ja über einige Zeit. Es werden vier Singles vom Album folgen, dann die Remixes von Monkey Safari, Animal Trainer und weiteren Künstlern. Nebenbei geht es auf Tour und ich arbeite mit meiner Frau auch schon an einer neuen Dapayk & Padberg-Release.

„The Calling“ ist ab dem 6. April in allen Stores erhältlich.

Tracklist:

01. Zoe’s Intro
02. The Calling
03. Aurora
04. Flood feat. Komplement
05. Backout
06. Halo
07. Low Tinnitus
08. After All feat. Var
09. Wanderer
10. Angel’s Share
11. Walk With Me feat. Mental Bend
12. Zoe’s Outro

  • Frank

    Uhhh ich glaube das wird gut *_*