Status quo Trance 2018

Trance isn’t dead! Das ist der wichtigste Slogan zu diesem Artikel, denn das entspricht nun mal den Tatsachen. Vor einigen Jahren gab es für diese Musikrichtung einen regelrechten Boom, in jedem Club lief Armin van Buuren, Paul van Dyk, Cosmic Gate oder ATB in der einen oder anderen Form. In Schwarzlicht getauchte Locations, in denen Feierwütige teilweise in neonfarbener Kleidung exzessiv zu den Beats tanzten, zeichnete diese Ära aus. Trance-Fans sind dabei als eine überschaubare Gruppe zu verstehen, die sich auf diesen Partys zusammenfindet und gemeinsam feiert. Viele Künstler kommen aus den Niederlanden, einige kommen aus Deutschland, doch sie alle treten regelmäßig in den Vereinigten Staaten auf. Las Vegas gilt als die Trance-Hauptstadt der Welt, hier lebt der Hype weiter, der hierzulande derzeit eher abgeschwächt, aber stetig präsent ist.

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Stage-Setup ganz in Neon / Foto: „Club der Visionaere“ von unknown (CC0 / Creative Commons)

Trance ist eine elektronische Musikrichtung, die Anfang der 90er Jahre entstand. Sie entwickelte sich aus verschiedenen Strömungen, denn Trance vereint Synthie-Pop, Hi-NRG und Techno zu einer einzigartigen, melodischen Mischung. Genau aus diesem Grund ist der genaue Zeitpunkt oder auch der örtliche Ursprung schwer zu betiteln, doch im Groben sind hier die 90er zu erwähnen. Im Vier-Viertel-Takt dröhnt der Grundrhythmus durch die Boxen, dazu gesellen sich einige melodische Klänge, die dann den Track buchstäblich abrunden. Insbesondere diese Kombination macht Trance zu einem unvergesslichen Erlebnis, denn sie geht einfach unter die Haut. Immerhin nimmt Trance immer noch 1,4 Prozent der gehörten Stunden im Radio ein und gehört somit zur Top 20 der populärsten Musikrichtungen.

In der Blütephase des Trance hauten Tiësto, Darude, ATB, Armin van Buuren und Cosmic Gate echte Ohrwürmer raus. Tiësto heißt mit bürgerlichem Namen Tijs Vewest und kommt ursprünglich aus den Niederlanden. Bereits in frühen Jahren flashte ihn die Musik, die er bis heute auflegt. So legte er bereits früh in kleineren Clubs auf. Mit seiner Hit-Single „Adagio for strings“ schaffte er den Durchbruch. Der Titel stammt aus dem Jahre 2005 und wurde unter Kontor Records veröffentlicht. Kontor war damals insbesondere für Club-Kompilationen bekannt, wer es auf diese Platten geschafft hat, wurde in jeder Disco des Landes gespielt.
Darude hingegen kommt aus Finnland und ist mit dem Klassiker „Sandstorm“ ganz groß rausgekommen. Weltweit schlug der Song ein wie eine Bombe. Selbst 2016 wurde der Titel noch vom Sydney Youth Orchester gecovert. Außerdem erlaubte sich YouTube einen Joke auf Kosten des Songs, denn jedes Mal, wenn jemand einen Song gesucht hatte, fragten sie eine Zeit lang: „Meinten Sie vielleicht Sandstorm – Darude?“. Das Lied wurde zuvor in zahlreichen Memes verwendet und erlangte so viel Aufmerksamkeit.

Obwohl diese Tracks bereits einige Jahre auf dem Buckel haben, gibt es die Fans weiterhin. Insbesondere in Las Vegas, der Stadt die niemals schläft, können Feierwütige an unzähligen Trance Veranstaltungen teilnehmen – und hier auch auf großen Festivals.

Casinos, schnelle Hochzeiten, Drive-In und der Strip: Das alles sind Worte, die fallen, wenn es um die Stadt Las Vegas geht. Viele bunte Lichter und Entertainment soweit das Auge reicht, machen noch heute die Essenz der Wüstenmetropole aus. Noch vor 20 Jahren galt der Besuchermagnet als ein Ort für Spieler und billige Buffets, außerdem gab es hier preiswerte Hotelzimmer für die heiratswilligen Pärchen. Doch die 40 Millionen Besucher jährlich erwarten mittlerweile mehr als nur das. Die Stadt gilt heute als ein Shoppingparadies und konnte sich darüber hinaus als ein Entertainment-Hub etablieren. Vegas kann in diesem Zusammenhang leicht als die Trance-Hauptstadt der Welt bezeichnet werden. Neben unzähligen Trance DJ-Residencies, die regelmäßig die Mega-Clubs füllen, raven Fans elektronischer Musik jedes Jahr drei Tage lang auf dem Electric Daisy Carnival Festival. Und hier spielt Trance natürlich auch eine kräftige Rolle. Während die Veranstalter im Jahre 1997 mit nur 5.000 Besuchern begonnen haben, wurden im letzten Jahr während dieser drei Tage 400.000 Teilnehmer gezählt – ausverkauftes Haus. Das Lineup für 2018 steht bereits, mit dabei sind unter anderem Armin van Buuren, ATB, Cosmic Gate, Dash Berlin, Ferry Corsten und Markus Schulz. Im Gegensatz zu klassischen Musikshows von Celine Dion oder Elton John spricht das EDC Festival natürlich eher ein jüngeres Publikum an, welches während des sogenannten EDC-weekends die Stadt vollkommen auf links krempeln. Megaclubs wie Hakkasan oder Marquee überbieten sich regelrecht darin, wer das bessere Lineup aufstellen kann. Hier seien vor allem die legendären Wet Republic Pool Partys erwähnt, die nicht nur zum EDC Geschichte schreiben.

Ranker.com veröffentlichte auf seiner Website eine Liste der beliebtesten deutschen Trance-Musiker. Unter anderem zählte zu ihnen ATB, Marcus Schulz sowie Cosmic Gate. ATB heißt mit bürgerlichem Namen André Tanneberger und ist ein deutscher Star-DJ sowie Musikproduzent. Seit 1998 ist er in der Szene unterwegs – und das sehr erfolgreich. Sein Track „Let you go“ dürfte noch bei vielen in den Ohren klingen, auf YouTube haben sich diesen Song schon über 10 Millionen Menschen angehört. International haben es Darude, Tiësto und Paul van Dyk auf die ersten Plätze der last.fm Charts geschafft. Von ihnen wurden die Tracks am häufigsten auf der Plattform gespielt.

Sven Väth und DJ Dag setzten in Deutschland Meilensteine für die Szene. Sie haben nämlich das erste Trance-Festival ins Leben gerufen. Unter dem Namen „Sound of Frankfurt“ gab es zehn Jahre lang ein Festival, welches viele Besucher wie magisch angezogen hat. 2004 kamen 500.000 Besucher, um mit den Künstlern auf acht Bühnen zu raven. Die Community war zur damaligen Zeit unheimlich stark. Das Festival wurde irgendwann eingestampft, denn das eigentliche Ziel lag darin, dass jeder daran teilnehmen konnte. Der Eintritt war nämlich frei und da die Veranstalter dies nicht mehr organisieren konnten, fand das Festival schlichtweg nicht mehr statt. Die Kosten waren einfach zu hoch und die notwendigen Sponsoren konnten nicht mehr aufgetrieben werden.

Trance findet rund um den Globus noch stets Anklang bei den Menschen. Es gibt Clubs, Festivals und auch Shows, bei denen die DJs zeigen, was sie an den Turntables so alles auf dem Kasten haben. Wenn ihr mit dem Trance-Hype mitgehen wollt, dann schaut euch zum Einstieg ein paar der oben genannten DJs auf YouTube an oder hört bei einem Musik-Streamingdienst rein. So könnt ihr dann einfach schauen, ob euch die Musik gefällt und sich der Gang für euch zu einer der Veranstaltungen lohnt. Viel Spaß beim erneuten Entdecken der fast vergessenen Musikrichtung. Der Trip zum EDC lohnt sich allerdings in jedem Fall, denn die Stimmung das Event der Superlative überzeugt auf ganzer Linie.