Ein Mix aus organischen Synthesizer-Bässen – Saite Zwei releasen ihre EP „Zwai“ auf dem eigenen Label

zwai

„ZWAI“ – so heisst die zweite EP des deutschen Techno-Live-Duos Saite Zwei auf ihrem eigenen Label Free At Last. „EPs sind im Moment einfach unser Lieblingsformat – ein Original, zwei Remixe, fertig“, sagt das Duo aus dem norddeutschen Wismar. „So haben wir es schon bei der FAL001 gemacht und so gedenken wir auch, vorerst weiter zu machen. Wir haben so die Möglichkeit, relativ regelmäßig zu releasen und immer wieder mit anderen spannenden Künstlern zu arbeiten.“ Das Original startet mit einem Mix aus organischen Synthesizer-Bässen, welche, von verhallt-perkussiven Elementen umspielt, den Zuhörer zunächst in einen Tropfsteinhöhlen-artigen Klangraum entführen. Im weiteren Verlauf hellt sich die Stimmung des Tracks immer weiter auf, der Charakter wird zunehmend sonniger und freundlicher und gipfelt mit dem Hauptbreak in einer angezerrten E-Piano Linie, die einem klassischen Funk- oder Jazz Song entsprungen sein könnte. „Wir sind Musiker mit Leib und Seele. Wir inspirieren uns im allgemeinen selbst bzw. gegenseitig oder einfach durch unsere Sounds und Instrumente. Mit so einer mystischen Geschichte über geheimnisvolle Inspirationsquellen können wir leider nicht aufwarten.“

Dapayk Solo und Atlantik setzen auf Techno

Mit Dapayk Solo und Atlantik haben sich Saite Zwei auch dieses Mal wieder zwei erlesene Gast-Remixer eingeladen. Dapayk hat sich überwiegend auf die sonnigen „cheesy“ Elemente des Tracks konzentriert und eine klassische funky Techno-Nummer produziert. Auch das Duo Atlantik sind sich und ihrem Stil treu geblieben und haben sich vor allem mit den deepen und düsteren Elementen des Tracks beschäftigt und ein massives Techno-Club-Monster erschaffen.

Erhältlich ist die EP ab dem 22. Juni 2018 auf Free At Last Records und via Beatport.

trndmsk: Jungs, wo ist der Original-Track entstanden? Wo und wie wurde er produziert?

Saite Zwei: Im Moment entsteht alles in unserem Studio in Wismar. Vom Recording bis zum Mixing. Lediglich zum Mastern machen die Songs dann nochmal eine kleine Weltreise nach Brasilien zum Mastering-Onkel unseres Vertrauens. Bei „ZWAI“ hatten wir zu erst dieses E-Piano-Riff entwickelt, dass etwa ab der Hälfte los legt und sich im Break richtig entfaltet. Der Rest des Songs entstand dann drum herum. Drums kommen da bei uns vor allem von der Elektron Analog Rytm, aber auch Gitarren und E-Bass kamen zum Einsatz. Oft ziehen wir die „real“ Instrumente dann noch durch diverse Effektketten oder Amp-Simulatoren, so dass sie am Ende gar nicht als Gitarre oder Bass erkennbar sind – so auch hier. Extrem viel Zeit verbringen wir dann nochmal mit dem Recorden diverser Automationen und Filterfahrten. Über 100 Automationsspuren sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da machen wir dann die Dinge, die am Ende vermutlich nur wir hören. Aber muss sein!

Warum das Release auf dem eigenen Label?

Wir haben bei der FAL001 sehr schnell gemerkt, dass wir mit der aller ersten Platte auf unserem eigenen Label in kürzester Zeit alles überholt hatten, was wir vorher je woanders bzw. über fremde Labels veröffentlicht haben. Was sicher in enormem Maße damit zusammen hängt, dass man sich ganz anders dahinter hängt und kümmert, wenn man direkt in sich selbst investiert. Darüber hinaus hatten wir jetzt gute fünf Jahre, Zeit zu lernen und uns zu überlegen, wie wir es machen würden, wenn wir selbst ein Label hätten. Und so haben wir dann über die Zeit eine ziemlich genaue Vorstellung davon entwickelt, wie unser Ideal-Label sein sollte. Durch eine glückliche Fügung des Schicksaals (Dicken Fetten Gruß an Simon!) kamen wir dann mit unserem jetzigen Vertrieb (Kontor New Media) in Kontakt und haben dann auch mit deren Hilfe ganz in Ruhe und viel Köpfchen Free At Last Records gegründet und aufgestellt. So, und da wollen wir dann jetzt natürlich auch drauf releasen!

Wie seid ihr bei der Suche nach passenden Remixern vorgegangen

Genau wie bei der 001 haben wir an dieser Stelle keine Kompromisse gemacht. Im Gegenteil. Wir sind wieder völlig naiv los gezogen und haben einfach Leute gefragt, auf die wir mega Bock hatten. Atlantik feiern wir schon eine ganze Weile und wenn wir DJ-Sets spielen, kommt es nur selten vor, dass kein Track von Atlantik dabei ist. Es ergab sich dann sogar noch die extrem coole Situation, dass die beiden einen Live-Gig im Docks in Hamburg hatten und wir bis zu diesem Zeitpunkt den Remix noch gar nicht kannten, nicht einmal die kleinste Preview, sie uns aber gesagt hatten, dass sie den Remix an besagtem Abend live in ihrem Set performen werden. Wir waren dann an dem Abend natürlich da und haben dann aus der feiernden Crowd heraus das erste mal den Remix gehört. Einer dieser Momente, die man wohl nie vergessen wird.

Ja und Dapayk. Wir können es eigentlich immer noch kaum glauben, dass er dabei ist. Das erste Album elektronischer Tanzmusik überhaupt, das wir uns damals zusammen reingefahren hatten, war von Dapayk. Es ist schwer in Worte zu fassen und auch schwer zu beschreiben, was es uns bedeutet, dass er jetzt mit uns auf einer Platte und sogar mit einem Remix von einem Track von uns selbst dabei ist. Nach dem er direkt und super nett ja gesagt hatte, haben wir es eigentlich bis zum Schluss nicht wirklich glauben können und auch noch gar nicht darauf eingelassen, wirklich damit zu rechnen, dass da wirklich ein Remix kommt. Und dann schickt er da einfach so ein Brett.

Und wie wirken die Neuinterpretationen auf Euch?

Wir sind wirklich über die maßen glücklich und zufrieden mit beidem Remixen. In erster Linie ist es schonmal großartig, dass man beide Track auch wirklich als Remixe erkennen kann. Wir haben da schon die komischsten Sachen erlebt, wo der Remix dann so überhaupt gar nichts mit dem Original zu tun hatte. Sehr geil ist auch, dass beide Remixe grundverschieden sind. Dapayks Nummer ist eher etwas cheesy und greift eher die fröhlicheren Stimmungsanteile des Originals auf und Atlantik dagegen haben ein deepes Club-Techno-Scheibchen aus den entsprechend eher düsteren Elementen des Tracks gebaut. Beide haben eine unglaublich geile Arbeit abgeliefert und wenn man sich mal etwas Zeit nimmt und auf all die kleinen Details und Spielereien achtet, auch sehr, sehr viel Zeit für die Remixe genommen und offenhörlich Spaß gehabt. Was will man mehr?

Was steht nach der Veröffentlichung bei Euch an?

Natürlich die nächste Veröffentlichung. Wir sind hoch motiviert und fühlen uns pudelwohl mit dem Label. Darüber hinaus machen wir zu jeder Veröffentlichung diverse Release Partys. Für die FAL001 haben wir in Hamburg, Rostock und Schwerin mit den Remixern der Platte (Micronaut und DirrtyDishes) gearbeitet. Und so gedenken wir auch für die 002 entsprechend Release Partys mit den Remixern zu veranstalten. Mit Atlantik steht auch schon der erste Termin in Rostock für den 01. Dezember 2018 fest.

Arbeitet Ihr bereits an weiteren Projekten?

Immer! Im Moment sieht es sogar so aus, als wenn wir die erste Platte auf unserem Label veröffentlichen werden, wo wir nicht das Original liefern, sondern einen anderen Künstler veröffentlichen. Wir arbeiten da mit einem sehr talentierten jungen Mann aus Hamburg zusammen. Mehr wird aber noch nicht verraten. Selbst haben wir auch schon wieder zwei Stücke in der Schublade, die dort sicher nicht bleiben werden.

Tracklist:

01. Saite Zwei – ZWAI
02. Saite Zwei – ZWAI (Dapayk Solo Remix)
03. Saite Zwei – ZWAI (Atlantik Remix)