Eine Mischung aus elektronischen und experimentellen Sounds – Phaebel und ihr Debütalbum „Basis“

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Stellt euch einen regnerischen Tag vor, an dem ihr ein Bedürfnis nach ruhiger und melancholischer Musik verspürt. Und stellst euch einen dieser euphorischen Tage vor, an denen ihr den ganzen Tag durchtanzen wollt. Phaebel schafft etwas, was selten war; mit ihrem Debütalbum „Basis“ liefern sie für jeden Tag den perfekten Soundtrack. Die beiden Jungs aus Frankfurt und Eisenach kümmern sich nicht um Conventions oder Genres und mischen die verschiedenen musikalischen Zutaten zu einer unvergleichlichen Klanglandschaft. Mit einer Mischung aus elektronischen Post-Rock-, Ambient- und experimentellen Sounds schaffen sie eine Art Post-Electronica. Immer begleitet von analogen Synthesizern und live aufgenommenen Gitarren entführt „Basis“ vom ersten Song in eine einzigartige und flüssige Klanglandschaft. Erscheinen wird der Longplayer mit einem Remix von Melokind auf Fuchsklang Musik. Wir sprachen mit dem Duo über das Album, das am 18. Januar 2019 rauskommt.

trndmsk: Wie lange habt Ihr an dem Album gesessen?

Phaebel: Rund drei Jahre.

Wie seid Ihr auf den Titel des Longplayers genommen?

Das war definitiv schwieriger, als die Tracks zu arrangieren. Letztlich wurde der Begriff nach einem wahllosen Wörter-Gefecht und während einer Studio-Pause mit Bier und Kippe als gut befunden und ausgewählt.

Hat er eine tiefere Bedeutung?

Da es unser erstes Album ist, mussten wir vor allem erstmal unsere musikalische Basis finden. Deshalb lag das alles recht nah. Und auch in den Titeln der Tracks finden sich viele Bezüge zu unserem künstlerischen Umfeld.

Woher kam die Idee zum Longplayer?

Wie so oft ist die Idee auf dem Weg entstanden. Ursprünglich hatten wir eine EP in Angriff genommen. Eigentlich trafen wir zum mischen der fertigen Tracks für die EP, doch in den anschließenden Jam-Sessions sind an dem Wochenende unvorhergesehen zwei neue Tracks entstanden, sodass das neue Ziel auf einmal der Longplayer war.

Wo habt Ihr Euch die Inspiration für die Stücke geholt?

Wir beide haben kommen eigentlich aus sehr unterschiedlichen Musikrichtungen. Felix spielte früher in einer Metal-Core Band und widmete sich später dem Techno. Erik fühlt sich im Postrock zuhause und zählt auch Ambient und Klassik zu seiner musikalischen Herkunft. Umso erfreulicher und fast schon verwunderlich ist, dass wir beide fast ausschließlich die gleichen Künstler feiern. Das ist mit Sicherheit ein kleiner Teil unserer Inspiration, aber den Großteil davon können wir (glücklicherweise) nicht genauer definieren.

Wie und wo sind die Tracks entstanden?

Unsere aktuelle Wohnsituation erlaubt es leider nicht mal eben “schnell rüber zu gehen” und an ein paar Ideen zu basteln. Darum treffen wir uns unregelmäßig für mehrere Tage. Immer wechselnd zwischen Eriks Studio in einer Industriehalle und dem Nebenzimmer-Studio von Felix. Im Grunde gibt es eigentlich zwei Entstehungsarten: Entweder basieren die Tracks auf bereits existierenden Elementen wie einer Bassline, einem Gitarrenriff oder einem Beat. Der überwiegende Teil ist allerdings in nicht enden-wollenden Jam-Sessions im Studio entstanden.

Wie wirken die beiden Remixe auf Euch?

Brutal! Das sind wirklich verdammt gute Tracks geworden und gerade als Neulinge ist es überwältigend zu hören, wie etablierte Künstler wie Skyence und Melokind unsere Tracks komplett neu interpretieren. Wir sind super dankbar und stolz, dass wir die beiden mit an Bord haben. Nicht zuletzt weil Melokind und Skyence auch “privat” zu unseren Lieblingskünstlern gehören und wir ihren Sound feiern.

Wie war das bisherige Feedback zum Longplayer?

Wir müssen gestehen, dass außer Freunden, Familien und diversen Haustieren nur extrem wenig Leute die gesamte LP bisher zu hören bekommen haben. Umso mehr freuen wir uns darauf das Ganze jetzt laufen lassen zu können.

Wieso das Release auf Fuchsklang?

Wir haben uns immer gesagt, dass wir uns gerade bei unserem ersten Album einfach wohlfühlen wollen. Außerdem wollten wir jemanden haben, auf den wir uns blind verlassen können. Das alles haben wir bei Fuchsklang Musik gefunden! On-Top haben wir einfach auch eine Menge Spaß, der bei der unendlichen Arbeit einfach ein Pflicht-Part für uns ist.

Was war entscheidend?

Eine vollkommene kreative Freiheit, gehaltvolle Diskussionen und viele GIFs im Gruppenchat.

Wie geht es nach der Veröffentlichung weiter?

Insgeheim wünschen wir uns glaube ich eine europäische Wir-Pennen-Im-Van-Tour durch Hinterhofkneipen und Clubs mit viel Patina. Aber wir lassen alles jetzt erstmal auf uns zukommen. Nach der Veröffentlichung wollen wir kurz durchatmen und dann wieder ab ins Studio!