„Die familiäre Atmosphäre, die Nähe zu Köln, viele Freunde und ein nachhaltiges Festivalkonzept“ – youlaike sprechen über das Katzensprung Festival

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Photo: Holger Rogge

Wo Eulen zwischen hohen Tannen flattern und der Kuckuck ruft, da liegt das Bergische Land. Versteckt hinter den moosbewachsenen Hügeln krächzen die Raben und hoppeln die Hasen, in den Tälern breitet sich Wiesennebel aus. Genau hier schiebt das Team des Katzensprung Festivals die knarzenden Scheunentore weit auseinander und lädt euch zum viertägigen Open Air ein. Vier Tage erdet ihr euch in der freien Natur und lasst euch treiben. Ihr folgt eurem Bauchgefühl und lasst alles los: den Kopf, die digitale Welt, und vielleicht auch euch selbst. Ihr schnuppert frische Landluft, tanzt durch Tag und Nacht und besinnt euch auf das, was euer Leben ausmacht: emotionale Freiräume, eine wertschätzende Gemeinschaft und die bejahende Verbindung zur Natur.

Wir sprachen mit dem Duo youlaike, ein Act in diesem Jahr, über die diesjährige Ausgabe. PS: Wir verlosen noch Tickets!

trndmsk: Seit wann seid ihr im Musikgeschäft aktiv? Und wie kam es dazu?

youlaike: Wir haben 2012 angefangen zusammen im damaligen Wohnzimmer von Jules aufzulegen. Im Vorfeld merkten wir, dass der Musikgeschmack übereinstimmt und einfach mal angefangen. In Köln gibt es ja recht viele Kioske und direkt unter Jules‘ Wohnung gab es einen. Dort haben wir dann eine Party veranstaltet und die Leute haben es super angenommen. Das Konzept haben wir dann an zwei weiteren Kiosken in Köln umgesetzt und Mitte 2013 hatten wir unseren ersten offiziellen Clubauftritt in der Nachtigall.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt und wann stand fest, dass Ihr gemeinsam Musik machen wollt?

Wir haben uns zu Schulzeiten kennengelernt und zusammen Abi gemacht. Im Anschluss sind wir dann mit einem halben Jahr Abstand zum Studieren nach Köln gezogen. Hier haben wir uns dann regelmäßig getroffen und gemacht was man als Student eben so macht – gemeinsam chillen, Musik hören, Bierchen trinken, quatschen. Dabei ist dann aufgefallen, dass es auf allen Ebenen ganz gut passt und wir Lust haben, unseren Musikgeschmack mit Anderen zu teilen.

War der Einstieg als Produzenten und DJs einfach?

Sowohl als DJs als auch als Prodezenten haben wir versucht uns kontinuierlich weiterzuentwickeln und das notwendige Know-How Stück für Stück aufzubauen. Jules hatte beim Auflegen schon ein wenig Erfahrung, sodass wir schnell im Stande waren die ersten Sets aufzunehmen. Anfangs haben wir uns als reine DJs betrachtet, mittlerweile motiviert uns auch das Produzieren und Veröffentlichen eigener Stücke.

Wie ist der Name Eures Pseudnoyms, youlaike, entstanden?

youlaike ist ein Wortspiel aus den Anfangsbuchstaben unserer beiden Kosenamen „Jules“ und „Eichi“. Wir hätten uns also auch Juleichi nennen können, aber das war irgendwie nicht so catchy.

Woher holt Ihr Euch Eure Inspiration?

Wir lassen uns allgemein von der Diversität der Musik inspirieren. Legen uns also ungerne auf ein Genre fest, sondern mögen alles zwischen Deep House, Slowhouse und Downtempo. Natürlich haben wir zahlreiche Künstler, die uns mit ihren Sounds beeinflussen – hier mal ein afrikanischer Vocal, da mal ein arabischer Touch. Musik ist international. Außerdem sind wir natürlich sehr gerne auf den Festivals der Republik unterwegs und genießen den offenen Austausch, die bunte Deko und die kreativen Ideen, die man dort so aufschnappt.

Wo findet man magische Orte in Köln, die zum Produzieren inspirieren? Wo fühlt Ihr Euch am wohlsten?

Die Kölner Szene lebt vor allem im Sommer von den nicht-kommerziellen Open-Airs, dort sind wir sowohl gerne Gast als auch Künstler. Tendenziell sind uns Orte lieber, die von einer Idee leben, nicht vom wirtschaftlichen Hintergedanken. Ansonsten sind wir gerne mit unseren Freunden unterwegs und tauschen uns aus, oder halten uns auch einfach mal im eigenen Wohlfühlbereich, der Küche, dem Wohnzimmer etc. auf.

Was war eure bislang kurioseste Erfahrung, die ihr als Produzenten oder DJs gemacht habt?

Unsere Freunde von Emanate haben uns letzten Oktober nach San Francisco eingeladen, nachdem man sich im Sommer beim letzten Katzensprung kennengelernt hatte. Ende Oktober wird in den USA immer ausgiebig Halloween gefeiert, vielleicht vergleichbar mit dem heimischen Karneval. Alle sind verkleidet und feiern ausgelassen und das in einer der wahrscheinlich offensten Städten der USA. Vorort haben wir dann in einem Untergrund-Kellerclub gespielt, inclusive skurriler Deko und verkleideter Crowd.

Bald steigt die diesjährige Ausgabe vom Katzensprung Festival – und ihr seid dabei. Bevorzugt Ihr lieber ein warmes Open Air oder doch lieben den dunklen Club, um aufzulegen?

Ein Club kann eine besondere Atmosphäre verbreiten und man kann sich im Dunkeln verlieren, ungesehen von den anderen Gästen. Für uns ist es aber immer ein Highlight unter offenem Himmel zu spielen, den Leuten beim Tanzen ins Gesicht zu schauen und die Freude an der Musik sichtbar zu teilen.

Was macht das Katzensprung zu dem, was es ist? Und wieso sollte man sich dieses Festival im Kalender rot markieren?

Die familiäre Atmosphäre, die Nähe zu Köln, viele Freunde und Freundesfreunde vor Ort, die gesamte Kölner Szene auf einem Haufen und das nachhaltige Festivalkonzept machen das Festival für uns zu etwas ganz Besonderem. Auch die Größe ist für uns genau richtig – groß genug, dass man je nach Musikgeschmack die Bühnen wechseln kann, klein genug, dass man sich nicht verlaufen kann und seine Freunde wiedertrifft. Beim Booking wird außerdem neben einigen Headlinern regelmäßig auf Szene-Newcomer gesetzt, die dem Ganzen eine gehörige Portion Energie verleihen.

Wie seht Ihr die aktuelle Entwicklung in Sachen Streaming? Erfährt Musik, besonders jene aus dem Underground, heutzutage einen Wert, der ihr gerecht wird?

Wir sehen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Einerseits macht der Streaming-Markt den Zugang für die Nutzer jederzeit und (meistens) kostenlos möglich. Das ist natürlich ein riesiger Vorteil. Andererseits ist der Markt übersättigt und so wird es für kleinere Underground Künstler schwer, Gehör zu finden. Für den Künstler geht es häufig nur noch darum, möglichst viele Plays zu haben und auf sich aufmerksam zu machen. Der Fokus des modernen Künstlers liegt dadurch gezwungenermaßen häufig mehr auf dem Generieren von Klicks, als auf der Musik selbst.

Eure letzte EP kam im Februar auf What I Play raus. Wann kommt wieder eine EP von Euch in den Handel?

Erstmal veröffentlichen wir jetzt einen Free Download über euch. Des Weiteren arbeiten wir derzeit noch gemeinsam mit unserem Kumpel GUZY an einem Remix für das Schweizer Label Wildfang und planen Ende des Jahres die nächste EP zu veröffentlichen.

Und was steht sonst noch bei Euch in den kommenden Monaten an? Arbeitet Ihr momentan an neuen Projekten?

Das Katzensprung Festival wird sich demnächst auch als Booking-Agentur aufstellen und wir dürfen Teil davon sein. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit, den Austausch mit den anderen Künstlern und auf die Partys, die dann noch gemeinsam gefeiert werden.